Erdrutsch Tote bei Zugunglück in Südtirol

Schwerer Bahnunfall in Südtirol: Durch einen Erdrutsch wurde ein Regionalzug aus den Schienen geschoben. Mindestens sechs Menschen kamen laut italienischen Medien ums Leben, Dutzende wurden verletzt.


Bozen - Der Regionalzug wurde im Meraner Land von einem Erdrutsch aus den Schienen geworfen, berichten italienische Medien. Mindestens sechs Menschen sind bei dem Zugunglück ums Leben gekommen. Der Südtiroler Zeitung "L'Adige" zufolge sollen mindestens 30 Menschen verletzt sein, fünf von ihnen schwer.

"Wir befürchten, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen könnte", erklärte der Südtiroler Verkehrsbeauftragte Landesrat Richard Theiner der Zeitung "Corriere della sera".

Nach den ersten Angaben erfassten die Erdmassen den Regionalzug R 108 auf dem Weg von Malles nach Meran auf der Strecke zwischen Castelbello und Laces in einer engen Schlucht. Die angrenzende Straße wurde gesperrt, damit die Rettungsmannschaften zu dem Unfallort gelangen können. Die eingleisige Bahnlinie, auf der sich das Unglück ereignete, gehört zu den modernsten Südtirols. Der Bozener Provinzpräsident Luis Durnwalder ist auf dem Weg zum Unfallort.

Zahlreiche Krankenwagen und andere Rettungsfahrzeuge sowie Mitglieder des Zivilschutzes waren italienischen Medien zufolge unterwegs zum Unglücksort.

Der Regionalzug R 108 gehört zum Nahverkehrsunternehmen Sad, das von der autonomen Provinz geführt wird. Der Zug war um 8.20 Uhr aus Malles in Richtung Meran abgefahren, wo er um 9.43 hätte eintreffen sollen.

Die Eisenbahnstrecke, auf der sich das Unglück ereignete, war 2005 eröffnet worden und galt nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA als eine der modernsten des Landes. Die Strecke wird laut "Corriere della sera" vor allem von Studenten und Pendlern genutzt.

jjc/ala/dpa/AFP



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