Straßenbahn in Erfurt Streit über Maskenpflicht – 19-Jähriger geschlagen und rassistisch beleidigt

Ein junger Mann weist einen anderen Fahrgast auf die geltende Maskenpflicht hin – da schlägt der zu. Erst kürzlich war ein rassistischer Straßenbahn-Prügler in Erfurt zu fast fünf Jahren Haft verurteilt worden.
Straßenbahn in Erfurt (Symbolbild)

Straßenbahn in Erfurt (Symbolbild)

Foto: Martin Schutt / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Ein Streit über die Maskenpflicht in einer Erfurter Straßenbahn hat zu einem körperlichen Angriff geführt. Ein 19-Jähriger wies am frühen Samstagmorgen einen anderen Fahrgast auf die geltende Maskenpflicht hin, wie die Polizei in der thüringischen Hauptstadt mitteilte.

Der Mann schlug daraufhin den 19-Jährigen mit der Faust ins Gesicht und beleidigte ihn zudem rassistisch. Auch ein weiterer Fahrgast äußerte den Angaben zufolge rassistische Beleidigungen gegen den jungen Mann, der nach Polizeiangaben  ein »asiatisches Erscheinungsbild« hat.

Die beiden Angreifer verließen anschließend die Straßenbahn und liefen in unbekannter Richtung davon. Der Straßenbahnfahrer alarmierte nach einem Hinweis des 19-Jährigen die Polizei, die jedoch die Täter nicht finden konnte. Die Erfurter Polizei bat Zeugen des Vorfalls, sich zu melden.

Vier Jahre und neun Monate Haft nach rassistischem Angriff

Die Attacke erinnert an einen anderen Fall. Im Frühjahr hatte ein Mann einen 17-jährigen Syrer in einer Erfurter Straßenbahn wiederholt ins Gesicht geschlagen und getreten sowie ihn laut Staatsanwaltschaft »auf das Übelste« rassistisch beleidigt. Am 26. Oktober, gut sechs Monate nach dem Angriff, wurde der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Landgericht in der thüringischen Hauptstadt sprach den 41-Jährigen unter anderem der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung schuldig. Außerdem muss er an den Nebenkläger 5000 Euro zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Haftstrafe für den Angeklagten gefordert, die Verteidigung eine deutlich geringere Strafe.

feb/AFP
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