Erfurter Amoklauf Gutenberg-Schüler haben wieder Unterricht

Zehn Tage nach dem Amoklauf hat für die Schüler und Lehrer des Gutenberg-Gymnasiums die Schule wieder begonnen. Zunächst sollen die Schüler vier Stunden Unterricht erhalten, Psychologen werden sie dabei betreuen.


Blumenmeer vor dem Gutenberg-Gymnasium - die Schüler verbringen die nächsten Monate in anderen Schulen
REUTERS

Blumenmeer vor dem Gutenberg-Gymnasium - die Schüler verbringen die nächsten Monate in anderen Schulen

Erfurt - Am Montagmorgen wachten Sicherheitsdienste darüber, dass nur die Schüler und Lehrer das Gebäude der Ersatzschule betraten. Für die zwölf ermordeten Lehrer springen Pädagogen aus Thüringen und der Partnerschule aus Mainz ein.

Die Gutenberg-Gymnasiasten werden nach Angaben des Thüringer Kultusministeriums weiter von Psychologen betreut werden. Zunächst seien in einem Ersatzgebäude für alle Klassen vier Stunden vorgesehen, kündigte der Erfurter Oberbürgermeister Manfred Ruge am Sonntag an. Die Voraussetzungen für den Schulbetrieb seien gegeben. Lehrer und Schüler müssten aber selbst entscheiden, ob sie dazu in der Lage seien. "Die Rückkehr zu einem normalen Unterricht wird aber mehrere Monate dauern", sagte das Stadtoberhaupt.

Im Mittelpunkt des Unterrichts werde zunächst stehen, auf welche Weise die zwölften Klassen ihre Abiturprüfungen beenden können, sagte der Vorsitzende des Schulvereines, Hartmut Dörig. Die Kultusministerkonferenz hatte am Freitag beschlossen, dass die Abiturienten keine weiteren Klausuren schreiben müssen. Dörig betonte, auch der Unterricht der elften Klassen sei wichtig. Diesen Schülern müsse ermöglicht werden, alle für die Zulassung zum Abitur notwendigen Leistungen erbringen zu können.

Der Schock nach der Bluttat - trauernde Schüler
EPA/DPA

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Oberbürgermeister Ruge kündige an, das Gebäude des Gutenberg-Gymnasiums werde komplett saniert. Bundeskanzler Gerhard Schröder habe zugesagt, dass der Bund die Kosten in Höhe von drei bis vier Millionen Euro übernehme. "Wir möchten, dass der Unterricht zu Beginn des kommenden Schuljahres wieder im Gutenberg-Gymnasium stattfinden kann", sagte Ruge. Er schlug vor, auf künstlerische Weise an die Opfer zu erinnern. "Eine Skulptur im Garten oder im Schulhof hielte ich für geeignet."



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