Ermittlungen gegen Ehemann Razzia bei Sahra Wagenknecht

Gegen den Mann der Politikerin Sahra Wagenknecht läuft seit Wochen ein Ermittlungsverfahren. Nun haben die Behörden die Wohnung der Wortführerin der Kommunistischen Plattform der PDS durchsucht.


Sahra Wagenknecht: Ärger mit dem Ehemann
AP

Sahra Wagenknecht: Ärger mit dem Ehemann

Berlin - Die Berliner Wohnung Wagenknechts wurde von der Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln durchsucht. Wie die Ermittler erklärten, richtete sich diese Maßnahme dabei nicht gegen die Politikerin, sondern gegen deren Ehemann Ralph Thomas Niemeyer.

Der 32-Jährige soll einem Journalisten des "Stern" eine Fälschung des Ölgemäldes der "Heiligen Appolonia" von Leonardo da Vinci angeboten haben. Zusätzlich habe er mehrere Kunststücke mit einem angeblichen Schätz- und Versicherungswert von mehr als 80 Millionen Euro im Paket angeboten.

Außer der Berliner Wohnung wurden zwei weitere Appartements der Niemeyer-Familie im Großraum Heidelberg durchsucht, erklärte die Kölner Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt. Auch bei einem möglichen Komplizen Niemeyers würde nach belastendem Material geforscht.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche gegen Niemeyer einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen. Nach Zahlung einer Kaution wurde er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Niemeyer, der laut Kölner Staatsanwaltschaft vorbestraft ist, war bereits in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. 1996 wurde er vom Landgericht Köln wegen Kapitalanlage-Betrugs in 46 Fällen zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Zuvor hatte Niemeyer versucht, sich durch eine Flucht in die Türkei der drohenden Verurteilung zu entziehen. Die Strafe habe er voll abgebüßt, sagte Appenrodt.



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