Ermittlungen Zweite Vergewaltigung binnen zehn Wochen?

Vitali S., der sich derzeit in Heide wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen vor Gericht verantworten muss, hat angeblich erneut eine Frau missbraucht. Gegen den 19-Jährigen laufen Ermittlungen, berichtet das "Hamburger Abendblatt".


Hamburg - Der Deutschrusse Vitali S. habe gemeinsam mit seinem Mitbewohner Woldemar D., 50, am Wochenende eine Party in ihrer Wohnung gefeiert. Mit dabei seien auch eine 27-jährige Frau und ihr Freund gewesen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Ermittler. Nach einem Streit sollen Vitali S. und der Freund die Wohnung vorübergehend verlassen haben, möglicherweise, um mehr Alkohol zu kaufen.

In ihrer Abwesenheit soll Woldemar D. die Frau missbraucht haben. Unklar sei, was die 27-Jährige ihrem Freund und Vitali S. nach deren Rückkehr erzählte. Der Freund habe die Wohnung verlassen. Dann soll Vitali S. die Frau vergewaltigt haben.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Wolfgang Zepter ist es schwer, festzustellen, was genau sich an dem Abend ereignete. "Die mutmaßlichen Täter und das mutmaßliche Opfer hatten ordentlich was getrunken", wird Zepter zitiert.

Zum möglichen Ablauf der Tat macht er keine Angaben, er sprach aber von "angeblichen Vergewaltigungen". Denn bei der Polizei soll die Frau widersprüchliche Angaben gemacht haben, die zudem mit einigen Fakten nicht übereinstimmen sollen.

"Wir ermitteln, sehen derzeit aber keinen dringenden Tatverdacht", sagte Wolfgang Zepter von der Staatsanwaltschaft Itzehoe der Zeitung. Daher sei der Deutschrusse nur einen Tag festgehalten und am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt. Auch der ebenfalls beschuldigte Woldemar D., 50, der mit Vitali S. wohnt, sei wieder auf freiem Fuß, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Verhandlung gegen Vitali S, der an Himmelfahrt eine 14-Jährige in der Fußgängerzone von Heide vergewaltigt haben soll, soll wie geplant weitergeführt werden. Der Deutschrusse hatte beim Prozessauftakt gestanden, das Mädchen sexuell bedrängt zu haben. Den Vorwurf der Vergewaltigung wies er jedoch zurück.

Zudem soll Vitali S. vor einem Jahr nach einem Zechgelage einen Mann niedergeschlagen und ihm 80 Euro gestohlen haben. Auch in diesem Fall ist Woldemar D. mitangeklagt.



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