Ernährung eingestellt Münchner Wachkoma-Patient gestorben

Sechs Tage nach der Amerikanerin Terri Schiavo ist ein Münchner Wachkoma-Patient nach Einstellung der künstlichen Ernährung gestorben. Wie sein Anwalt mitteilte, erlag der Mann den Folgen seiner schweren Gehirnschädigung. Der Mann hatte laut Anwalt vor seiner Krankheit mehrfach gesagt, er wolle nicht am Leben erhalten werden.

München - Der 42 Jahre alte Patient lag nach einem Herzinfarkt Anfang des Jahres und vorübergehendem Organversagen mit schwerer Hirnschädigung in einer Klinik im Wachkoma. Er hatte nach Einstellung der künstlichen Ernährung nur etwas Flüssigkeit erhalten, um ihm Schmerz stillende Medikamente zu verabreichen.

Der Münchner Patient hatte laut Anwalt Wolfgang Putz früher mehrfach gesagt, er wolle in einem solchen Fall nicht weiterleben. "Man muss ihn gehen lassen, weil wir ihn lieben", hätten die Mutter und die Ehefrau gesagt. Die Ärzte hätten das respektiert.

Auch in Deutschland sei schon vielen Koma-Patienten durch Einstellung der künstlichen Ernährung - wie bei Schiavo - das Sterben ermöglicht worden, sagte Putz. Allein seine Kanzlei habe bereits 65 solcher Fälle betreut. "Keiner unserer Mandanten ist qualvoll verhungert oder verdurstet, weil alle Fälle von palliativmedizinisch geschulten Ärzten und Pflegern betreut wurden", so Putz. Die Palliativmedizin befasst sich mit der schmerz- und leidensmindernden Begleitung von Sterbenden.

Um Schiavo hatte es einen jahrelangen Streit gegeben, mit dem sich die Politik und der Oberste Gerichtshof der USA befasste. Schiavo starb am 31. März. Ihr Mann hatte vor Gericht die Einstellung der künstlichen Ernährung erzwungen.

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