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Zwei Päpste, 19 neue Kardinäle: Erheben Sie sich

Foto: Fabio Frustaci/ dpa

Auftritt von Franziskus und Benedikt Treffen sich zwei Päpste

Spitzentreffen der Stellvertreter: Zum ersten Mal seit seinem Rückzug ist Joseph Ratzinger, besser bekannt als Ex-Papst Benedikt, öffentlich aufgetreten - bei der feierlichen Erhebung neuer Kardinäle. Dort umarmte ihn sein Nachfolger, Papst Franziskus.

Rom - Das wirkt ja schon fast wie Demokratie: Amtsvorgänger und Amtsinhaber feiern gemeinsam, dass weitere Wahlmänner in jenes Gremium aufrücken, das einmal ihren Amtsnachfolger wählen wird. Aber es ist dann doch die katholische Kirche, eine der hierarchischsten Organisationen der Welt.

Harmonisch aber ging es zu, als der vor einem Jahr zurückgetretene Papst Benedikt XVI., mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger, am Samstag zur feierlichen Erhebung neuer Kardinäle im Petersdom erschien. Applaus brandete auf, als er die Kirche betrat, begleitet von einer kleinen Entourage. Der Ex-Papst lächelte, winkte, wirkte froh dabei zu sein und nahm in der ersten Reihe Platz.

Sein Nachfolger, Papst Franziskus, ging vor der Eröffnung des Konsistoriums auf Benedikt zu und umarmte ihn. Erneut gab es Applaus, als einer der neuen Kardinäle, der Erzbischoff und Diplomat des Heiligen Stuhls, Pietro Parolin, den früheren Papst direkt ansprach und sagte: "Wir sind dankbar für eure Anwesenheit unter uns." Benedikt lächelte daraufhin erneut und winkte.

Es ist die erste öffentliche Zeremonie im Petersdom, bei der beide Päpste anwesend sind, und Benedikts erster Auftritt seit seinem Rückzug vom Amt. Bei der Zeremonie sind insgesamt 19 Kirchenmänner zu Kardinälen erhoben worden.

Dazu gehört jetzt auch der deutsche Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, 66, Präfekt der Glaubenskongregation. Auch ihn erhob Franziskus in dem feierlichen Konsistorium. Wie den anderen 18 Erzbischöfen aus aller Welt setzte Franziskus ihm den roten Hut auf, übergab ihm den Kardinalsring und machte ihn traditionsgemäß zum Schirmherrn einer Titelkirche in Rom. Mit Müller gibt es nun zehn deutsche Kardinäle in dem Gremium. Am Sonntag will der Papst mit den Kardinälen eine Messe feiern.

otr/dpa/Reuters