Flugzeugabsturz in Südhessen Russische Experten sollen bei Ermittlungen zur Unglücksursache helfen

Die russische Fluggesellschaft S7 hat bestätigt, dass auch Miteigentümerin Natalija Filjowa bei dem Flugzeugabsturz in Südhessen ums Leben kam.

Einsatzkräfte der Feuerwehr halten nach dem Flugzeugabsturz Brandwache an der Unfallstelle
Gregor Bauernfeind/ DPA

Einsatzkräfte der Feuerwehr halten nach dem Flugzeugabsturz Brandwache an der Unfallstelle


Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Südhessen mit drei Toten gehen die Ermittlungen zur Unfallursache am Montag weiter - die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen war bereits am Vortag eingeschaltet worden. Das Flugzeug war am Sonntagnachmittag bei frühlingshaftem Wetter in ein Feld bei Erzhausen nahe Darmstadt gestürzt und komplett ausgebrannt, wie die Polizei berichtete. Warum das Flugzeug abstürzte, ist bisher unklar.

Am Montagmorgen soll nun mit der Bergung der Leichen begonnen werden. In der Nacht sei dies wegen der Dunkelheit nicht möglich gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auch Spuren konnten noch nicht gesichert werden.

Inzwischen wurden erste Informationen zu den Opfern bekannt: So war die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa an Bord. Die Miteigentümerin der S7-Fluggesellschaft sei im Alter von 55 Jahren bei dem Unglück gestorben, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur in Moskau mit. "Das ist ein unwiederbringlicher Verlust", sagte eine Sprecherin. Filjowa sei eine inspirierende Managerin und wunderbare Frau gewesen.

Bei den Untersuchungen zur Unfallursache sollen nun auch russische Experten helfen, sagte die S7-Sprecherin. Filjowa war 2018 laut dem US-Magazin "Forbes" die viertreichste Frau Russlands mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet etwa 535 Millionen Euro. Russischen Medienberichten zufolge war auch ihr Vater mit in dem Flugzeug. Die Polizei bestätigte die Identitäten der Opfer bisher nicht - sprach aber davon, dass es sich bei den Insassen um russische Staatsangehörige handeln könnte. Zu dem Piloten gibt es bisher keine Informationen.

Erste Zeugen melden sich bei Polizei

Bei der Maschine handelt es sich um ein Flugzeug vom Typ Epic E1000. Das Kleinflugzeug mit sechs Sitzen war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung am Sonntagnachmittag im französischen Cannes gestartet. Wenige Minuten vor dem Absturz gegen 15.30 Uhr habe sich der Pilot bei der Deutschen Flugsicherung abgemeldet, um sich beim Tower des Flugplatzes Egelsbach für die Landung anzumelden. Der Flugplatz ist nach eigenen Angaben mit rund 72.000 Flugbewegungen pro Jahr der größte regionale Flugplatz in Deutschland.

Die Unfallstelle wurde laut Polizei für die Dauer der Bergungsarbeiten und der anschließenden Untersuchungen weiträumig abgesperrt. Erste Zeugen, die den Absturz beobachten konnten, hätten sich bereits bei der Kriminalpolizei in Darmstadt gemeldet.

Nach dem Flugzeugabsturz war es zu einem weiteren Unglück gekommen: Ein Streifenwagen, der unterwegs zur Absturzstelle war, wurde frontal von einem entgegenkommenden Auto erfasst. Dessen Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen nach einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren - er war dann offenbar auf die Gegenspur geraten und dort mit dem Streifenwagen zusammengeprallt.

Der 24-jährige mutmaßliche Unfallverursacher und eine 22 Jahre alte Frau in demselben Auto starben, drei Polizeibeamte wurden schwer verletzt.

In den Verkehrsunfall war noch ein drittes Auto verwickelt. Die beiden Menschen im Inneren des Fahrzeugs wurden Polizeiangaben zufolge nicht verletzt.

aar/sen/dpa/AFP

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