"Estonia"-Untergang Deutsche Experten werten neue Videos aus

Neue Aufnahmen der "Estonia" haben in Schweden für Aufregung gesorgt: Angeblich sollen Skelette auf dem Meeresboden und ein Loch im Wrack zu sehen sein. Jetzt sollen die Bilder in Deutschland ausgewertet werden.


Die Ostseefähre "Estonia" sank im September 1994
DPA

Die Ostseefähre "Estonia" sank im September 1994

Stockholm - Schwedens Gewerbeministerin Mona Sahlin erklärte im Rundfunk, nur professionell geschulte Augen könnten klären, ob die Behauptungen über das Loch im Rumpf des Schiffes zutreffend seien. Sahlin erneuerte ihre Kritik an der "kommerziell motivierten" Tauchexpedition der deutschen TV-Journalistin Jutta Rabe und des US-Unternehmers Gregg Bemis.

Rabe will schwedischen Regierungsexperten ihre Videoaufnahmen nur in Deutschland vorführen, weil ihr in dem skandinavischen Land Strafverfolgung wegen Verletzung des Grabfriedens für die mehr als 700 im Wrack eingeschlossenen Opfer des "Estonia"-Untergangs droht.

Für erhebliches Aufsehen in Schweden und Estland sorgte vor allem Rabes Behauptung, Taucher hätten etwa 200 Meter vom Wrack entfernt die Leichen von sechs bis zehn Opfern gefunden. Finnische Mitglieder der internationalen Havariekommission meinten nach einer ersten Sichtung der Videobilder in Tallinn, sie seien "unprofessionell" und würden keine neuen Erkenntnisse bringen. Auch sei kein Loch in der Schiffswand erkennbar. Beim Untergang der Ostseefähre am 28. September 1994 waren 852 Reisende ertrunken.



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