Europa-Rekord Deutsche essen im Schnitt 85 Kilo Brot im Jahr

Mit ihrer Leidenschaft für Brot und Brötchen bleiben die Deutschen weiterhin Spitze in Europa. Nirgendwo anders in der EU wird so viel davon gegessen wie bei uns.


Berlin - Mit genau 84,9 Kilogramm pro Bundesbürger bleibt der Jahresverbrauch auf dem Rekordstand des Vorjahres. Umgerechnet bedeutet das einen täglichen Verzehr von vier Scheiben Brot und einem Brötchen. Damit liege Deutschland weiter an der Spitze der EU, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung, Heiko Zentgraf, am Dienstag in Berlin. Die europäischen Nachbarn essen knapp 19 Kilogramm weniger.

Der Trend geht zu Kleingebäck wie Brezeln oder Croissants und zu Brotverzehr in Restaurants und Bistros. Dadurch wird bei den Müllern mehr Weizen und weniger Roggen bestellt - trotz der besseren Gesundheitseffekte von Roggen- und Vollkornbrot.

Die Konzentration in der Bäckereibranche wirke sich nicht negativ auf die Brotqualität und -vielfalt in Deutschland aus, sagte Jürgen-Michael Brümmer von der Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung in Detmold. Rund 300 verschiedene Brotsorten gibt es hier zu Lande. Gentechnisch verändertes Getreide finde sich noch nicht im Brot. Die Entwicklungen liefen aber. Er rechne in fünf Jahren mit Ergebnissen, sagte Brümmer. In Sojabrot könnten jedoch gentechnisch veränderte Zutaten stecken.

Einer repräsentativen Umfrage zufolge essen 95 Prozent der Deutschen gerne oder sehr gerne Brot, wobei Frauen überdurchschnittlich oft dazu greifen, die Männer öfter zum Brötchen. 85 Prozent aller Befragten streichen sich jeden Tag ihre Stulle oder Schnitte. 15 Prozent essen täglich Brötchen oder anderes Kleingebäck.



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