"Baum des Jahres" Diese Bäume sind Helden der Zeitgeschichte

Die Eiche, unter der Gogol weilte, oder Englands romantischster Baum: Ein Umweltverband sucht "Europas Baum des Jahres". Blattwerk ist dabei nicht alles. Es gewinnt, wer an seinem Stammplatz viel erlebt hat.

European Tree of the Year/ Nuno Sequeira

15 Kandidaten aus fast ganz Europa, junge und alte Teilnehmer, jeder mit einer eigenen Geschichte, am Ende wird gewählt. Was nach einer Castingshow mit Abstimmung klingt, ist tatsächlich der Aufruf zu einer eher ungewöhnlichen Wahl: Ein internationaler Umweltschutzverband sucht "Europas Baum des Jahres".

Hübsches Blattwerk oder kurios ausgewachsene Baumkronen allein dürften für einen Sieg allerdings nicht reichen. Nach Angaben der Organisatoren wird nämlich der "Baum mit der spannendsten Geschichte" gesucht. Bei den 15 Nominierten ergeben die sich meist aus Verbindungen zu kulturellen oder historischen Ereignissen.

Derzeit führt die "Abramtsevo Eiche" aus Russland die Abstimmung mit mehr als 30.000 Stimmen an. Der Baum, immerhin 248 Jahre alt, steht am Rande Moskaus nahe einem Museum. Nicht nur der Schriftsteller Nikolai Gogol soll schon unter ihm geweilt haben, der Baum ist auch auf einem Gemälde von 1883 abgebildet.

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European Tree of the Year: Der schönste Baum Europas

Aus dem deutschsprachigen Raum ist dagegen kein einziger Kandidat dabei. Grund ist offenbar, dass sich in diesen Ländern keine Organisationen gefunden haben, die auf nationaler Ebene einen "Baum des Jahres" ermittelt haben. Folglich konnten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch keine Bäume in den europäischen Wettbewerb ziehen.

Die Abstimmung unter der Leitung der "Environmental Partnership Association" (EPA) findet mittlerweile zum neunten Mal statt. Im letzten Jahr beteiligten sich nach Angaben von EPA rund 200.000 Menschen an der Wahl. Der Verband besteht aus ingesamt sechs Umweltschutzorganisationen aus Osteuropa.

Ob unter den 15 Kandidaten letztlich eine Ziereiche aus Bulgarien oder eine Ulme aus Südspanien das Rennen macht, liegt in der Hand der Abstimmenden, die noch bis zum 28. Februar ihre zwei Favoriten auf dieser Website auswählen können.

fek



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