Leverkusen Mindestens ein Toter bei Explosion in Chemieunternehmen

Mindestens ein Mensch ist bei einer Explosion im Chempark Leverkusen ums Leben gekommen. Weitere Mitarbeiter werden vermisst.
Schwarze Rauchwolken steigen über dem Chempark Leverkusen auf

Schwarze Rauchwolken steigen über dem Chempark Leverkusen auf

Foto: Oliver Berg / dpa

Nach der schweren Explosion im Leverkusener Chempark ist ein vermisster Mitarbeiter tot aufgefunden worden. Das teilte die Betreiberfirma Currenta am Dienstagnachmittag mit. Vier weitere Mitarbeiter würden noch vermisst.

Auf dem Gelände des Chemparks Leverkusen war es zuvor zu einer Explosion mit bisher unbekannter Ursache gekommen. Bislang seien vier Schwerverletzte und zwölf Verletzte von dem Gelände geholt worden, berichtet die Stadt Leverkusen. Mindestens einer der Verletzten schwebe in akuter Lebensgefahr, sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich. Die Identität des Toten sei noch nicht geklärt.

Seine Gedanken seien bei der Familie des Toten, sagte Uwe Richrath, Oberbürgermeister von Leverkusen bei einer Pressekonferenz. Er hoffe von ganzem Herzen, dass die noch vermissten vier Mitarbeiter »da noch herausgekommen sind, dass wir die noch lebend finden«. Das Unglück sei »ein tragischer Moment für Leverkusen«.

DER SPIEGEL

Das Ereignis wurde in einer Warnmeldung, die von der Feuerwehr Stadt Leverkusen herausgegeben wurde, in die Warnstufe »Extreme Gefahr« eingeordnet . Currenta bat Anwohner darum, geschlossene Räume aufzusuchen und Fenster und Türen zu schließen. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei seien aktuell im Großeinsatz. Werkfeuerwehr und Luftmesswagen seien ebenfalls im Einsatz.

Richrath kündigte an, die Spielplätze in den betroffenen Stadtteilen zu sperren. Gartenbesitzer wurden aufgefordert, Obst und Gemüse vor dem Verzehr abzuwaschen. Chempark-Leiter Lars Friedrich rief die Bevölkerung außerdem dazu auf, eventuelle Niederschläge nicht zu berühren, sondern die Feuerwehr zu informieren. Sollte es zu Niederschlägen kommen, müssten die erst einmal analysiert werden – das allerdings könne mehrere Tage dauern.

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Die Explosion ereignete sich in der Nähe der Müllverbrennungsanlage im Stadtteil Bürrig. Gegen 9.40 Uhr sei es zu einer Explosion mit anschließendem Brand im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig gekommen, hieß es in einer Mitteilung von Currenta. Zur Warnung der Bevölkerung seien Sirenen und Warn-Apps ausgelöst worden.

Der Brand war gegen Mittag gelöscht. »Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war«, teilte die Stadt mit. Betroffen waren laut Friedrich drei Tanks mit organischen Lösungsmitteln. Sie alle seien »komplett oder in Teilen zerstört«.

Videos zeigten, wie gewaltige Rauchwolken über den Gebäuden aufstiegen. Auf dem Gelände des Chemparks sind mehrere »chemienahe Unternehmen« angesiedelt, wie es auf der Website von Chempark heißt.

Die gesamten Auswirkungen der Explosion im Stadtteil Wiesdorf sind laut einer Leverkusener Stadtsprecherin bislang unklar. »Ausmaß und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt«, teilte auch die Polizei zur »derzeit noch unübersichtlichen« Lage mit. »Wir sind mit vielen Polizeikräften vor Ort und klären die Situation.«

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Der Chempark ist nach eigenen Angaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt.

Alle Autobahnen im Stadtgebiet sind laut einer Mitteilung der Polizei gesperrt. Betroffen seien die A1 zwischen Köln-Niehl und Kreuz Leverkusen, die A3 zwischen Kreuz Leverkusen und Dreieck Langenfeld sowie die A59 zwischen Kreuz Monheim-Süd und Kreuz Leverkusen-West. Autofahrer wurden dringend gebeten, Rettungsgassen zu bilden.

Foto: ROBERTO PFEIL / AFP

Für das Stadtgebiet Köln bestehe aktuell keine Gefahr, teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. Das hätten Luftmessungen von Umweltschutzeinheiten ergeben. Diese würden zur Gefahreneinschätzung weiter fortgesetzt.

bbr/lmd/him/dpa/AFP/Reuters
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