"Extra"-Eklat Birgit Schrowange entschuldigt sich

RTL-Moderatorin Birgit Schrowange hat sich für ihre menschenverachtende Äußerung über das Aussehen von durch Krankheit entstellter Menschen entschuldigt. Als Rechtfertigung führt sie "Zeitgründe" an.


Köln - "Zu unserem großen Bedauern ist uns in der Moderation ein schwerwiegender Fehler unterlaufen, der auch nicht wieder gutzumachen ist", schrieb sie am Montag in einem von RTL veröffentlichten Brief an die Betroffenen. Es sei nie ihre Absicht gewesen, jemanden wegen eines körperlichen Leidens zu diffamieren.

Birgit Schrowange
DPA

Birgit Schrowange

Schrowange hatte einen Beitrag in der Fernsehsendung "Extra" so angekündigt: "Es gibt Menschen, die sind so hässlich, dass sie froh sein können, sich selber nie auf der Straße zu begegnen." Als Beispiel nannte sie einen 50-Jährigen, "der wohl zu den beeindruckendsten Beispielen menschlicher Naturkatastrophen unter den Schönheitsidealen zählt". Der Mann leidet an geschwulstartigen Auswüchsen am ganzen Körper. Er sagte der "Bild am Sonntag": "Ich war erschrocken, als ich diese Sätze hörte."

"Zu Recht", erklärte dazu RTL. Schrowange räumte ein, sie habe sich missverständlich geäußert. "Es steht außer Frage, dass die Moderation verletzend interpretiert werden kann." Die Moderation sei aus Zeitgründen nicht von ihr selbst, sondern von einer Autorin geschrieben und erst kurz vor der Ausstrahlung fertig gestellt worden. Die Redaktion werde "mit großer Sorgfalt daran arbeiten, dass sich ein Vorfall wie dieser nicht wiederholen wird."

Der Geschäftsführer des Sozialverbands VdK, Ulrich Laschet, hatte in der "Bild am Sonntag" kritisiert, die RTL-Moderatorin habe "ein Menschenbild zum Ausdruck" gebracht, "das Auffassungen aus dem Dritten Reich nahe kommt".



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