Extremes Wetter Schnee führt zu Verkehrschaos in Frankreich

Starker Schneefall hat den Norden Frankreichs ins Chaos gestürzt. In Wohngebieten und bei der Bahn fiel der Strom aus, auf den Autobahnen staute sich kilometerlang der Verkehr. In Australien müssen Tausende Einwohner wegen Hochwassers ihre Häuser räumen, zwei Menschen starben.

Verkehrschaos auf der A25: Staus bis zu 70 Kilometer Länge
AFP

Verkehrschaos auf der A25: Staus bis zu 70 Kilometer Länge


Paris - Eine gerissene Oberleitung und starker Schneefall haben den Bahnverkehr im Norden Frankreichs am Montag stundenlang blockiert. Der Betrieb der Hochgeschwindigkeitszüge TGV am Bahnhof der Metropole Lille sei am Abend stundenlang vollständig unterbrochen worden, teilte die Präfektur mit. Ein Kabel, das auf eine Oberleitung stürzte, habe die Panne verursacht. Erst spät in der Nacht dürfte der TGV-Verkehr sich wieder normalisieren. Betroffen war auch die Hochgeschwindigkeitsstrecke Brüssel-Paris.

Auch 140.000 Haushalte seien von Stromausfällen betroffen, hieß es, insbesondere in der Region Nord/Pas-de-Calais, wie der Stromnetzbetreiber ERDF mitteilte. 250 Techniker waren am Abend im Einsatz, um die Leitungen zu reparieren. In der Region von Tournai im Westen Belgiens waren nach Angaben des Betreibers Elia 100.000 Haushalte betroffen.

Auf den Straßen im Norden Frankreichs kam es zu Verkehrsstaus von bis zu 70 Kilometern Länge. Auf dem Flughafen der Stadt Lille mussten Start- und Landebahn geräumt werden, der Airport wurde zeitweise geschlossen.

Zuvor hatte ein mechanisches Problem an der Lokomotive einen Thalys-Schnellzug zwischen Amsterdam und Paris gestoppt. 480 Passagiere saßen nach Bahnangaben mehrere Stunden zwischen den Orten Combles und Chaulnes fest, als am Triebkopf Rauch aufstieg. Die Fahrgäste wurden zurück nach Arras geschleppt, bevor sie ihre Reise fortsetzen konnten. Der festsitzende Zug verursachte auch bei anderen Verbindungen - darunter dem Eurostar unter dem Ärmelkanal - Verspätungen.

Flutdrama in Australien

In Australien spitzt sich nach heftigen Regenfällen in mehreren Bundesstaaten die Hochwasserlage zu. Die Wassermassen rissen bislang zwei Menschen in den Tod. Besonders dramatisch ist die Situation in der Stadt Wagga Wagga im Bundesstaat New South Wales. Nach den tagelangen Unwettern droht dort der Murrumbidgee-Fluss über die Ufer zu treten.

Am späten Montagabend Ortszeit forderten die Behörden die Menschen in Wagga Wagga zur sofortigen Räumung auf. Bis Dienstagmorgen sollten alle 8.000 Einwohner ihre Häuser verlassen, berichtete ABC News. "Es ist extrem gefährlich, in überschwemmten Gebieten zu bleiben. Sie riskieren damit vielleicht Ihr Leben", warnte der Regionalchef des Katastrophendienstes von New South Wales, James McTavish.

Tausende Familien sitzen in Ost-Australien nach den stärksten Regenfällen seit den zwanziger Jahren bereits in Notunterkünften. In den vergangenen Tagen hatten nach Behördenangaben rund 5000 Menschen ihre Häuser verlassen, um sich vor den herannahenden Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Meteorologen warnten zudem vor einem Zyklon, der sich vor der Küste zusammenbrauen könnte.

bos/dpa/AFP



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