Fähre in Shanghai An Bord der "MS Bratente"

Eine riesige Bratente schwimmt seit neuestem auf dem Huangpu in Shanghai. Die Fähre mit dem außergewöhnlichen Design ist Teil eines Wettstreits mit Hongkong. Dabei hatte der Konstrukteur eigentlich ein anderes Tier ausgewählt.

REUTERS

Shanghai - Hongkong hatte vorgelegt, jetzt zog Shanghai nach: Drei Monate nach der Ankunft einer gut 16 Meter hohen Quietscheente im Hafen von Hongkong verfügt jetzt auch Shanghai über einen riesigen Wasservogel. Eine als gebratene Ente verkleidete Fähre schwimmt laut Berichten staatlicher Medien auf dem Huangpu vor der Skyline der Finanzmetropole. Das Schiff soll nicht nur Passagiere transportieren, sondern auch kulturellen Aufführungen Platz bieten.

Shanghai und Hongkong konkurrieren um den Titel als Chinas Finanzhauptstadt und versuchen immer wieder, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Nachdem die gelbe Gummiente des niederländischen Künstlers Florentijn Hofman im Mai in der ehemaligen britischen Kronkolonie für Furore gesorgt hatte, wollte Shanghai dem nicht nachstehen.

"Der Entwurf entstand während der heißen Sommermonate", sagte Bratenten-Designer Han Beishi. "Das brachte uns auch auf die Idee: 'Lass sie uns einfach braten'". Pate habe aber auch ein altes chinesisches Sprichwort gestanden: "Wenn der Fluss im Frühling warm wird, weiß die Ente das als Erste."

Shanghais Stadtfluss sorgte bereits mit einem anderen, weniger appetitlichen Tiergeschichte für Schlagzeilen: Im März trieben tagelang Tausende Schweinekadaver im Huangpu - Landwirte aus einer weiter flussaufwärts liegenden Region hatten die toten Tiere offenbar einfach in den Fluss geworfen.

Ursprünglich wollte Designer Han den Skandal aufgreifen und statt der Ente ein Schwein entwerfen, doch die Stadtväter zeigten sich wenig begeistert: "Das war meine erste Wahl, aber die Organisatoren hatten einige Bedenken, daraufhin wurde die Idee fallengelassen", sagte er.

wit/AFP



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