Bangladesch Rettungskräfte rechnen nach Fährunglück nicht mehr mit Überlebenden

Die Zahl der Opfer des Fährunglücks in Bangladesch hat sich mehr als verdoppelt - und wird voraussichtlich weiter steigen. Die Behörden sprechen von mehr als 22 Toten, fast hundert Menschen werden noch vermisst. Für sie gibt es wohl keine Hoffnung mehr.

REUTERS

Dhaka - Einen Tag nach dem Fährunglück in Bangladesch steigt die Zahl der Toten weiter an. Nach Angaben von Polizei und Behördenvertretern gibt es bislang 22 Opfer, am Donnerstag waren zehn Tote bestätigt worden. Mehr als 100 Menschen werden noch vermisst. Jedoch gibt es laut Polizei keine Chance mehr, noch Überlebende in dem Schiff zu finden. Die meisten Passagiere waren Arbeiter und Studenten, die auf dem Heimweg waren.

Die Fähre war am Donnerstag auf einem Fluss nahe der Hauptstadt Dhaka mit 200 Menschen an Bord gekentert. Rund 40 Menschen konnten aus eigener Kraft das Ufer erreichen, 35 weitere Menschen wurden von Rettungskräften in Sicherheit gebracht. Eine genaue Zahl der Passagiere gibt es bislang nicht. Der Chef der Schifffahrtsbehörde, Shamsuddoha Khandaker, sagte, er gehe von 150 bis 200 Passagieren aus. Andere Behördenvertreter hatten zuvor sogar von bis zu 350 Passagieren gesprochen.

Die Rettungsmannschaften versuchten am Freitag, das Schiff ans Ufer zu ziehen, um im Inneren nach Opfern suchen zu können. Angehörige kritisierten aber, dass die Rettungsarbeiten nur langsam vorankämen. "Es ist mehr als 20 Stunden her, aber wir sehen keine Fortschritte", sagte ein Überlebender, der seit Stunden auf eine Nachricht über seinen vermissten Sohn hoffte.

Ein Beamter der Binnenschifffahrtsbehörde erklärte, die Fähre sei überfüllt gewesen. Eigentlich sei sie nur für 122 Passagiere ausgelegt. Die Regierung habe eine Untersuchung des Unfalls angeordnet, sagte ein Sprecher der Schiffereibehörde. In dem Land kommt es immer wieder zu Schiffsunglücken. Im März 2012 war fast an derselben Stelle eine Fähre verunglückt. Damals kamen mindestens 145 Menschen ums Leben.

vks/dpa/Reuters



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