Fährunglück in Griechenland Ermittler gehen von menschlichem Versagen aus

Auf der Suche nach der Ursache für das Schiffsunglück vor der griechischen Insel Santorin sind die Ermittler fündig geworden: Menschliches Versagen ist laut Behörden für den Untergang der "Sea Diamond" verantwortlich. Im Visier der Staatsanwaltschaft: der Kapitän und fünf Crewmitglieder.


Athen - Menschliches Versagen hat nach Einschätzung des griechischen Handelsmarineministeriums beim Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Sea Diamond" vor Santorin eine entscheidende Rolle gespielt. Minister Manolis Kefaloyiannis lobte heute den Rettungseinsatz nach der Havarie des Schiffs und erklärte, man konzentriere sich derzeit auf die Suche nach zwei wahrscheinlich ertrunkenen französischen Passagieren. Zweiter Schwerpunkt der Arbeit sei der Schutz der Umwelt.

Der Minister informierte Regierungschef Kostas Karamanlis über den Stand der Suchaktion vor Santorin, wo die "Sea Diamond" am einen Felsen aufgelaufen und am Freitag gesunken war. Es wird vermutet, dass sich die Leichen der beiden Ertrunkenen noch in dem Wrack befinden. Taucher suchten mit Unterstützung eines ferngesteuerten U-Boots nach den Vermissten sowie dem Datenschreiber, der Hinweise auf die Unglücksursache liefern könnte. Das U-Boot sollte zunächst Fotos von dem Wrack machen, das in 70 bis 130 Meter Tiefe liegt. Mit Hilfe der Bilder wollten Experten die Stabilität des Wracks prüfen, bevor die Taucher ins Innere schwimmen. Andere Helfer bemühten sich, das Auslaufen von weiterem Öl aus dem Schiff zu verhindern.

Der Kapitän der "Sea Diamond" machte Meeresströmungen für den Unfall verantwortlich. Gegen ihn und fünf weitere Besatzungsmitglieder wurde Anklage wegen Fahrlässigkeit erhoben.

ffr/AP/Reuters



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