Touristen in Thailand ertrunken Fahndung nach Kapitän von Unglücksfähre

Sechs Menschen starben im thailändischen Pattaya beim Untergang einer Fähre, darunter drei Touristen. Jetzt fahndet die Polizei nach dem Kapitän des Schiffs: Der Mann hat sich abgesetzt, gegen ihn soll Haftbefehl erlassen werden.

Fähre in Pattaya: Ein ähnliches Schiff war am Sonntag gesunken
AFP

Fähre in Pattaya: Ein ähnliches Schiff war am Sonntag gesunken


Bangkok - Nach dem Untergang einer Urlauberfähre im thailändischen Ferienort Pattaya fahnden die Behörden nach dem flüchtigen Kapitän des Schiffs. Der Mann habe sich abgesetzt, gegen ihn solle Haftbefehl erlassen werden, sagte Pattayas Polizeichef Suwarn Chiewnawintawat. Bei dem Unglück waren am Sonntag mindestens sechs Menschen ertrunken, darunter drei Touristen. Bei ihnen handelt es sich laut Polizei um zwei Russen und einen Mann aus China.

Gesunken war die zweigeschossige Fähre vor Koh Larn, einer bei Tagesausflüglern beliebten kleinen Insel bei Pattaya. 19 Menschen wurden verletzt, ein zwölfjähriger Junge aus Russland schwebt noch in Lebensgefahr. Nach Angaben des Polizeichefs hatte es kurz nach Abfahrt des Schiffs ein Problem mit dem Motor gegeben. Passagiere aus dem unteren Deck seien nach oben gerannt und hätten damit das Schiff zum Kentern gebracht.

Zeugen hätten ihm berichtet, es habe weder genug Rettungsringe noch Schwimmwesten auf der Fähre gegeben, sagte Chiewnawintawat. Nichtschwimmer hätten sich an Kühlboxen und Eisbehälter klammern müssen, um nicht zu ertrinken.

Der Fährbetrieb für Tagesausflüge von der Touristenhochburg Pattaya aus lief unterdessen trotz des Unglücks normal weiter. Ein Europäer, der im Schifffahrtsgewerbe der Stadt arbeitet, sagte, eigentlich wäre nach einem derartigen Vorfall eine Sicherheitsprüfung sämtlicher Fähren nötig. "Die Boote sind sehr alt. Sie werden nicht gewartet. Sie sind ständig überfüllt, und die Zahl der Passagiere wird nirgends festgehalten."

In Thailand kommt es oft zu tödlichen Unfällen mit Bussen, Schiffen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Diplomaten aus Europa und China hatten sich in der Vergangenheit besorgt über die hohe Zahl von bei Unfällen verletzten oder getöteten Touristen geäußert.

rls/AFP



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