Traditioneller »Grindadrap« Färöer begrenzen Delfinjagd auf 500 getötete Tiere pro Jahr

Der Aufschrei nach einer großen Jagd im vergangenen Jahr war gewaltig. Nun soll der Delfinfang auf den Färöer-Inseln eingeschränkt werden.
Umstrittener Delfinfang auf den Färöern: Fast 1500 getötete Tiere in einer Treibjagd im September 2021

Umstrittener Delfinfang auf den Färöern: Fast 1500 getötete Tiere in einer Treibjagd im September 2021

Foto: AP

Die Färöer-Inseln schränken die umstrittene Delfinjagd ein. Das teilte die autonome Regierung der zu Dänemark gehörenden Inseln mit. Für 2022 und 2023 solle eine jährliche Quote von 500 Delfinen gelten. Teile der Jagd seien »nicht zufriedenstellend« gewesen und die hohe Zahl der getöteten Tiere sei langfristig keine nachhaltige jährliche Fangmenge, so die Regierung .

Im September vergangenen Jahres hatten Jäger innerhalb eines Tages 1423 Delfine in einen Fjord getrieben und anschließend getötet. Fotos der toten Tiere am Strand und des blutroten Wassers lösten in den sozialen Medien Entsetzen und Empörung aus. Die Umweltorganisation Sea Shepherd sprach von der größten Herde Meeressäuger, die auf den Färöern jemals bei einer einzigen Aktion gestorben sei.

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Die Tötung war Teil der als »Grindadrap« bezeichneten Jagdpraxis. Die traditionsreiche Waljagd wird auf den Färöer-Inseln im Nordatlantik seit Jahrhunderten betrieben. Doch die Bilder vom September entfachten die Diskussion über die Jagd erneut. Fast 1,3 Millionen Menschen unterzeichneten danach eine Petition für ein Verbot. Anhänger der Jagd verwiesen dagegen darauf, dass Delfine und die ebenfalls gejagten Wale seit Jahrhunderten zur Ernährung der Bevölkerung auf den Inseln beitragen.

Walfang geht bis auf die Wikinger zurück

In ihrer Erklärung verwies die Regierung auch darauf, dass der Walfang ein wichtiger Bestandteil des Lebensunterhalts der Färöer sei. Die Bewohner setzten seit Jahrhunderten auf die nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen für ihre Wirtschaft und die Ernährung der Bevölkerung.

Der Walfang geht auf den Färöern bis zu den Wikingerzeiten zurück. Die Tiere werden von Schiffen und Booten in eine Bucht getrieben, dort geschlachtet und das Fleisch im Anschluss kostenlos an die teilnehmenden Gemeinden verteilt. Hauptsächlich werden Grindwale erlegt, aber manchmal auch Delfine. Laut färöischen Zählungen wurden 2020 insgesamt 576 Grindwale sowie 35 Weißseitendelfine getötet. Die Zahl von über 1400 getöteten Delfinen war also außergewöhnlich hoch.

AFP/taf
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