Verdächtiger Christian B. Ermittler prüfen möglichen Zusammenhang zum Fall Inga

Zu dem Verdächtigen im Fall Maddie kommen mehr Details ans Licht: Nach SPIEGEL-Informationen prüfen Ermittler auch eine mögliche Verbindung zur verschwundenen Inga in Sachsen-Anhalt.
Polizistinnen und Polizisten 2015 bei der Suche nach Inga

Polizistinnen und Polizisten 2015 bei der Suche nach Inga

Foto: Florian Voigt/ dpa

Der Tatverdächtige im Fall Maddie McCann könnte auch mit einem Verbrechen in Sachsen-Anhalt in Verbindung stehen. Nach SPIEGEL-Informationen bringen Ermittler Christian B. auch in Zusammenhang mit dem Fall der fünfjährigen Inga, die im Mai 2015 vom Gelände einer diakonischen Suchteinrichtung in Wilhelmshof bei Stendal verschwand.

Damals wohnte B. in der Region auf einem verfallenen Fabrikgelände. Ein Polizeieinsatz auf dem Anwesen im Jahr 2016 förderte Datenträger zutage, auf denen unter anderem kinderpornografische Aufnahmen der härtesten Kategorie gespeichert waren - darunter Videos, die Missbrauch von Säuglingen und Kleinkindern zeigen. In einem Wohnwagen auf dem Grundstück fanden die Ermittler später auch Kinderkleidung für Mädchen, obwohl B. gar keine Familie hatte.

DER SPIEGEL 24/2020
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Die Beamten verfolgen Spuren, nach denen Christian B. in Kontakt mit einem Mitarbeiter der Suchteinrichtung gestanden haben könnte, von deren Gelände die kleine Inga verschwand. Der Mitarbeiter und mögliche Komplize hatte sich den Ermittlungen zufolge nach der Tat merkwürdig verhalten und soll unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Außerdem soll er ebenfalls ein höchst auffälliges Sexualverhalten erkennen lassen.

Außerdem prüft das Bundeskriminalamt (BKA) nach SPIEGEL-Informationen eine weitere Spur: Während eines Gefängnisaufenthalts Anfang 2019, also Jahre nach Ingas Verschwinden, schrieb Christian B. einen Brief ausgerechnet an einen Verein, für den der auffällige Mitarbeiter zwischenzeitlich arbeitete. Der Inhalt des Schreibens ist nicht bekannt.

Die Polizeiakten des Falls Inga haben inzwischen Ermittler aus Sachsen-Anhalt und des BKA, Staatsanwälte, Opfervertreter und Studenten der Polizeihochschule ausgewertet. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stendal teilte auf Anfrage mit, die Ermittlungen dauerten an.

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