Fall Michael Jackson Geschworene befragten angeblich missbrauchtes Kind

Vor einem Geschworenengericht im kalifonischen Santa Barbara hat der 14-jährige Junge ausgesagt, der Michael Jackson des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Popstar gab sich ungerührt. In Washington bekräftigte er, er werde nach Afrika reisen, um sich dort für Aidskranke zu engagieren.


Jackson mit Bodyguards in Washington: "Den Menschen helfen"
AP

Jackson mit Bodyguards in Washington: "Den Menschen helfen"

Santa Barbara - Details über die Aussage des Jungen sind nicht bekannt. Die Anhörung in Santa Barbara im US-Staat Kalifornien fand unter höchster Geheimhaltung statt. Die Mitglieder der Jury dürfen sich Medien gegenüber nicht über die Inhalte der Anhörung äußern. Aus Justizkreisen verlautete, die Mitglieder der Grand Jury hätten außerdem die Aussage eines Barbesitzers namens Jamie Masada gehört. Er soll Jackson dem Jungen vorgestellt haben.

Am Montag hatte bereits der Psychologe Stan Katz ausgesagt, der sich in dem Fall als erster an die Behörden wandte. Auch der Anwalt Larry Feldmann soll gehört worden sein. Ihn hatte die Mutter des 14-Jährigen zuerst kontaktiert. Der Jurist hatte schon 1993 einen anderen Jungen vertreten, der Jackson ebenfalls Missbrauch vorgeworfen hatte. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Jackson den 14-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und mehrfach missbraucht. Sollten die Staatsanwälte die Grand Jury jetzt davon überzeugen, müssen sie bei einer Anhörung keine weiteren Beweise vorlegen. Dann wird Jackson vor Gericht gestellt.

Während sich die Geschworenen in Kalifornien Gedanken über Jacksons Zukunft machten, traf sich der Popstar in Washington mit führenden schwarzen Abgeordneten zu einem Gespräch über den Kampf gegen Aids in Afrika. Jackson kündigte an, trotz des Verfahrens nach Afrika reisen zu wollen, um Aidskranken zu helfen. Das Treffen fand im Büro des Abgeordneten Chaka Fattah statt, eines Demokraten aus Pennsylvania. Fattah bezeichnete Jackson als einen der Prominenten, "der seinen Status eingesetzt hat, um den Menschen zu helfen".

Ein ganz anderes Urteil über den King of Pop fällte indes der New Yorker PR-Agent Jeff Barge. Jedes Jahr vor dem 1. April veröffentlicht er eine Liste mit den dümmsten Amerikanern. Auf Platz eins: Michael Jackson. Auf dem zweiten Rang folgt Schwester Janet, die jüngst mit der Busen-Entblößung auf sich aufmerksam machte.

Den Angaben zufolge beruht das Ergebnis auf einer Umfrage unter 1016 Personen.



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