Fall Rebecca Polizei veröffentlicht Fotos vom Schwager und bittet um Hinweise

Die Ermittler haben neue Details im Fall Rebecca bekannt gegeben. Der festgenommene Schwager ist offenbar nach wie vor verdächtig.


Der Schwager der vermissten Rebecca aus Berlin steht offenbar weiter im Mittelpunkt der Ermittlungen. Staatsanwaltschaft und Polizei suchen nach Zeugen, die das Auto des Mannes am Tag von Rebeccas Verschwinden gesehen haben. Demnach hatte "allein der 27-Jährige an dem Tag Zugriff auf den Wagen" - einen roten Renault Twingo.

Überwachungskameras hätten das Auto am Montag, dem 18. Februar, um 10.47 Uhr auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder aufgenommen. Am folgenden Dienstag sei der Wagen dort um 22.39 Uhr noch einmal entlanggefahren.

Worauf sich der neuerliche Verdacht gegen den 27-Jährigen konkret stützt, teilten die Ermittler aber nicht mit. Als er nach seiner ersten Festnahme zunächst wieder freigekommen war, war von Widersprüchen zwischen seinen Angaben und Ermittlungsergebnissen die Rede.

Rebecca hatte die Nacht zum 18. Februar bei ihrer Schwester und deren Familie im Berliner Stadtteil Britz verbracht. Am Morgen hätte sie um 9.50 Uhr in der Schule die erste Unterrichtsstunde gehabt. Dort erschien sie jedoch nicht. Medienberichten zufolge hält Rebeccas Familie den Mann für unschuldig.

Die Polizei hatte den Schwager am Montag erneut festgenommen, ein Richter ordnete Untersuchungshaft an. Nun veröffentlichte die Polizei auch Fahndungsfotos des Schwagers.

Da es bis heute keine Lebenszeichen von Rebecca gibt, gehen die Ermittler inzwischen von einem Tötungsdelikt aus. Die Behörden bitten in der Mitteilung auch um die Mithilfe möglicher Zeugen bei folgenden Fragen:

  • Wer hat das Auto des Tatverdächtigen am Vormittag des 18. Februar 2019 und/oder in den Nachtstunden vom 19. zum 20. Februar gesehen?
  • Wer kann Angaben zu Aufenthaltsorten des Tatverdächtigen zu diesen Zeiten machen?
  • Wer kennt den Tatverdächtigen und kann Bezugspunkte von ihm benennen, die zwischen Berlin und Frankfurt/Oder liegen?
  • Wer kann Angaben zum Verbleib der abgebildeten Fleecedecke (Größe ca. 150 × 200 cm) machen, die seit der Tat aus dem Haushalt des Tatverdächtigen fehlt?
  • Polizei verteidigt Foto-Auswahl

    Weitere Hinweise gab es in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Michael Hoffmann, Leiter der Mordkommission, fügte den bisher bekannten Punkten zwei Gegenstände hinzu, die Rebecca mit sich tragen könnte. Wer diese Gegenstände beispielsweise in einem Wald finde, solle sich umgehend bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle melden:

    • ein pinke Sofortbildkamera der Marke Fuji, Modell Instax mini 9
    • ein rotes Portemonnaie der Marke Michael Kors mit einem goldenen "MK"-Logo

    Unterdessen hat die Polizei die Auswahl der Fotos des Mädchens verteidigt, die bei der Suche eingesetzt wurde. Unter anderem hatte die "Süddeutsche Zeitung" kritisiert, dass eines der Porträtbilder kein realistisches Foto sei, sondern möglicherweise von ihr selbst oder Freunden digital bearbeitet und verschönert worden sei. Das Foto zeigt Rebecca zudem deutlich geschminkt.

    Ein Polizeisprecher sagte dazu: "Wir müssen uns danach richten, Bilder zu nehmen, von denen die Angehörigen sagen, dass sie dem Gesuchten sehr ähnlich sehen." Bei der Auswahl sei man auf die Unterstützung der Familie angewiesen. Beide Fotos seien unter diesen Gesichtspunkten ausgewählt worden.

    fek/AFP



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