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11. Oktober 2013, 14:44 Uhr

Fall Tebartz-van Elst

Zollitsch mahnt deutsche Bischöfe zu Bescheidenheit

Der Skandal um den Limburger Bischof Tebartz-van Elst ist ein Desaster für die katholische Kirche. Der Chef der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, richtet sich mit einem Appell an seine Kollegen und spricht von einer "bedrückenden Situation".

Limburg/Hamburg - Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat seine Bischofskollegen angesichts der Geschehnisse im Bistum Limburg zur Bescheidenheit ermahnt. "Gerade wir Bischöfe müssen uns fragen, wie und wo wir wohnen und leben. Wenn neu gebaut wird, haben wir Möglichkeiten, Zeichen zu setzen", sagte Zollitsch der "Passauer Neuen Presse".

Der Freiburger Erzbischof rief dazu auf, sich den Papst zum Vorbild zu nehmen: "Papst Franziskus lehrt uns allen einfaches Leben, Demut und Bescheidenheit." Die Enttäuschung der Menschen im Bistum Limburg könne er gut verstehen.

Am Donnerstag hatte Zollitsch bereits für die Verhältnisse der Kirche deutliche Worte zu Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gewählt. Nun sagte er im Interview, alle spürten, "wie bedrückend die Situation geworden ist". Eine gerichtliche Bestätigung des Strafbefehls wäre aus seiner Sicht ein Wendepunkt. "Ich erlebe zum ersten Mal, dass ein Strafbefehl gegen einen Bischof beantragt wird. Das bewegt mich sehr. Wenn das vom Gericht bestätigt wird, haben wir eine neue Lage", betonte Zollitsch.

Der Kirchenführer will in der nächsten Woche mit dem Papst über die Causa Limburg sprechen. Die Audienz war schon länger geplant, nun könnte sich bei ihr das berufliche Schicksal von Tebarzt-van Elst entscheiden. Der Papst kann den Bischof des Amtes entheben.

Tebartz-van Elst steht schon seit Monaten wegen des von ihm verantworteten neuen Bischofssitzes in Limburg in der Kritik. In dieser Woche hatte sich die Lage dramatisch verschärft: Am Montag wurde bekannt, dass der Bau mindestens 31 Millionen Euro verschlingt. Nach und nach kamen Details ans Licht, Posten wie eine Badewanne für 15.000 Euro oder die Gestaltung eines Lichthofs für 2,3 Millionen Euro.

Am Donnerstag hatte dann die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen Tebartz-van Elst beantragt. Hintergrund war ein Rechtsstreit mit dem SPIEGEL über dessen Berichterstattung zu einem Erste-Klasse-Flug des Geistlichen nach Indien. In einem Zivilverfahren hatte Tebartz-van Elst nach Auffassung des Staatsanwalts unwahre eidesstattliche Erklärungen abgegeben. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft nach mehreren Anzeigen zudem, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue einleitet.

Mit Spannung wird nun ein Brief an die Gläubigen seines Bistums erwartet, den Tebartz-van Elst für das Wochenende angekündigt hat. Er werde darin "manches klarstellen", sagte er der "Bild"-Zeitung.

bim/dpa

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