Trayvon-Martin-Todesschütze bei Ebay Sechsstelliges Gebot für Zimmerman-Bild

Mit einem angeblich selbstgemalten Bild erzielt der freigesprochene Todesschütze des schwarzen Teenagers Trayvon Martin bei Ebay ungeahnte Erfolge. Auf der Auktionsseite tritt George Zimmerman selbst als Anbieter auf, das Gebot für seine US-Flagge in Blautönen steht bereits bei 110.100 Dollar.


Hamburg - Fünf Monate nach seinem Freispruch im Prozess um den erschossenen Teenager Trayvon Martin wird es nicht ruhiger um George Zimmerman. Der 30-Jährige steht unter Beobachtung der US-Medien, immer wieder gerät der Nachbarschaftswächter in die Schlagzeilen - zuletzt, weil er seine Frau mit einer Schrotflinte bedroht haben soll.

Ihre bislang vielleicht bizarrste Wendung nimmt die Geschichte um George Zimmerman mit einer Ebay-Auktion, bei der der freigesprochene Todesschütze ein angeblich selbstgemaltes Bild versteigert. "Ich habe eine kreative Art gefunden, mich auszudrücken", schreibt er im Kommentar zu der Versteigerung. Bis Mittwochvormittag gab es 108 Gebote auf seine stilisierte US-Flagge in Blautönen, das Höchstgebot liegt bei 110.100 Dollar. Die Auktion läuft noch bis Sonntag.

Nach Angaben der "Los Angeles Times" bestätigte Zimmermans Anwältin Jayne C. Weintraub, dass ihr Mandant hinter der Versteigerung stehe. Andere Medien berufen sich auf Zimmermans Bruder, der die Authentizität ebenfalls bestätigte.

Auszug aus dem Treuegelöbnis

"Meine Kunst ermöglicht es mir zu reflektieren, sie gibt mir ein therapeutisches Ventil", berichtet "therealgeorgez" in der Beschreibung des Werks, auf dem die Worte "Gott, eine Nation, mit Freiheit und Gerechtigkeit für jeden" geschrieben stehen - ein Auszug aus dem in den USA üblichen Treuegelöbnis "Pledge of Allegiance".

Bereits jetzt gibt es allerdings Zweifel daran, dass das Bild wirklich von Zimmerman selbst gemalt wurde. So stellte das US-Nachrichtenportal Mediaite nach entsprechenden Hinweisen von Lesern eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen Zimmermans Flagge und einem Motiv der Fotoagentur Shutterstock fest.

Zimmerman hatte Ende Februar 2012 in Sanford nahe Orlando (Florida) den 17-jährigen Trayvon Martin erschossen. Der unbewaffnete Teenager war auf dem Heimweg von einem Einkauf, wurde von dem Nachbarschaftswächter aber wohl für einen Einbrecher gehalten. Zimmerman beteuerte, dass Martin ihn zuerst attackiert habe. Die Geschworenen glaubten dem damals 29-Jährigen und sprachen ihn frei. Das Urteil löste landesweit Proteste aus.

rls/AFP



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