Fanpost für die Superstars "Ich schlag dir deine blöde Hackfresse ein"

Deutschland, eine gespaltene Nation: Jeden Samstagabend trifft sich derzeit ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen, um nur keinen Auftritt der Möchtegern-Superstars zu verpassen. Doch die Bewerber ernten nicht nur Applaus für ihre Sangeskünste, angeblich sollen einige auch Drohbriefe bekommen.


Quietsche- Sänger Daniel K.: "Ich wünsche ihm, dass er am Bahnhof seine verspackte Brille verliert und über die Gleise stolpert - möglichst, wenn ein ICE kommt."
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Quietsche- Sänger Daniel K.: "Ich wünsche ihm, dass er am Bahnhof seine verspackte Brille verliert und über die Gleise stolpert - möglichst, wenn ein ICE kommt."

Hamburg - Zunächst konnten die Zuschauer sich nicht satt hören an dem grässlichen Gequake einiger Kandidaten und den bissigen Kommentaren der Jury. Nun haben sich die Reihen der Möchtegerne-Superstars gelichtet, seit dem Wochenende sind nur noch fünf Bewerber im Rennen: Und das Publikum scheint keinen Auftritt der Kandidaten missen zu wollen. Der Sender RTL erzielte am Samstag eine Traumquote von 9,78 Millionen Zuschauern.

Der wohl umstrittenste Kandidat ist Daniel Küblböck, der 17-jährige Bayer mit der Quietschestimme. Mit seinen "99 Luftballons" von Nena brachte er die meisten der Zuschauer auf seine Seite: Kreischende Mädchen, Liebesbekundungen auf Plakaten. Während die verbleibenden Kandidaten mit Stimmgewalt überzeugen, entzückt Küblböck seine Anhänger mit coolen Sprüchen, Partystimmung und Ausstrahlung.

Kandidatin Juliette: Von Sicherheitsleuten bewacht
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Kandidatin Juliette: Von Sicherheitsleuten bewacht

Doch nicht bei allen kommt der junge Bayer gut an: Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung erhält Küblböck regelrechte Drohbriefe. "Ich wünsche ihm, dass er am Bahnhof seine verspackte Brille verliert und über die Gleise stolpert - möglichst, wenn ein ICE kommt. Da könnte ich auch nachhelfen", zitiert das Blatt aus einem Brief, den Küblböck angeblich erhalten haben soll. Auch Beschimpfungen wie "schwuler Irrenhausschlumpf" oder: "Wenn ich dich erwische, möchte ich dich ohne Betäubung kastrieren" muss sich der 17-Jährige gefallen lassen.

Trotzdem hat er seine gute Laune offenbar noch nicht verloren: "Ich weiß, dass mich die eine Hälfte mag und die andere nicht." Er versuche, die Drohungen nicht an sich rankommen zu lassen: "Es macht mich aber traurig, dass einige Menschen offenbar null Toleranz zeigen."

Zielscheibe von Drohungen ist nach Angaben des Blattes auch die blonde Juliette Schoppmann: "Heulsuse. Wenn ich dir im Dunkeln begegne, schlage ich dir deine blöde Hackfresse ein." Briefe wie diese seien an die 22-Jährige gerichtet.

Die Villa, in der die Kandidaten bis zum Finale im März einquartiert sind, wird von Sicherheitsleuten bewacht.

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