Fatale Behördenpanne World Trade Center wurde nicht auf Feuer getestet

Niemand hätte für möglich gehalten, was am 11. September 2001 passierte: Dass die beiden Türme des World Trade Center einstürzen könnten. Bundesermittler stießen nun auf eine üble Panne. Die Statik der Türme ist offenbar nie auf Feuereinwirkung geprüft worden.


Einstürzender Südturm des World Trade Center
AFP

Einstürzender Südturm des World Trade Center

New York - Die Hafenbehörde von New York und New Jersey habe die fundamentalen Tests versäumt, heißt es in einem Bericht der "New York Times". Die für den Bau verantwortliche Regierungsbehörde habe offenbar nie geprüft, wie die innovativen Strukturen der Türme sich bei einem Feuer verhalten.

Die Tests seien nach derzeitigem Wissensstand nicht durchgeführt worden, sagte S. Shyham Sunder, der die Untersuchung leitet, der Zeitung. Warum die Behörde das versäumt habe, sei unklar. Die Hafenbehörde hatte jahrzehntelang betont, die Türme erfüllten die New Yorker Bauvorschriften. Dazu gehört unter anderem, dass die Statik von Gebäuden auch durch ein großes Feuer nicht beeinträchtigt wird.

Bisher haben sich die Ermittler nicht abschließend geäußert, wie und warum die Türme nach den Anschlägen eingestürzt waren. Nach Einschätzung einiger Fachleute sei der Einsturz nach dem Einschlag der Flugzeuge nicht zu vermeiden gewesen. Trotzdem sagten Ermittler bei einer Pressekonferenz nahe Ground Zero, die versäumten Tests seien ein wichtiger Hinweis auf eine ihrer Theorien, schreibt das Blatt. Demnach hielten die Leichtbauböden der Hitze des Kerosinfeuers nicht Stand. Mehrere Böden krachten dann nach unten und lösten so eine Kettenreaktion aus, die zum kompletten Einsturz der beiden Gebäude führte. Ob die Türme noch stünden, wenn sie den Baustandards entsprochen hätten, konnten die Experten aber nicht mit Sicherheit sagen.



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