Urenkel des Reichskanzlers Ferdinand von Bismarck gestorben

Der Name weckt Erinnerungen: Ferdinand von Bismarck ist tot. Der Urenkel des Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck starb im Alter von 88 Jahren.

Ferdinand von Bismarck (2015)
Christian Charisius/ DPA

Ferdinand von Bismarck (2015)


30 Jahre lang bestimmte Otto von Bismarck die Geschicke Preußens und Deutschlands, war bekannt als Eiserner Kanzler. Nun ist sein Urenkel Ferdinand von Bismarck im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Familie. Ferdinand von Bismarck lebte auf Schloss Friedrichsruh im Sachsenwald rund 20 Kilometer östlich von Hamburg. Er sei am 23. Juli im St. Adolf-Stift in Reinbek gestorben, sagte ein Sprecher der Familie. Laut "Bergedorfer Zeitung" starb er an Komplikationen nach einer Operation.

Seit dem Tod des dritten Fürsten Otto von Bismarck 1976 stand Ferdinand von Bismarck an der Spitze der alten deutschen Familiendynastie. Der Diplomatensohn wuchs in London, Rom und Berlin auf. 1943 wurde sein Vater wegen Kontakten zum Kreis um den Hitlerattentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg entlassen. Ferdinand kam nach Schweden und kehrte erst 1947 nach Deutschland zurück. Nach verschiedenen Stationen ließ sich der Volkswirtschaftler und Jurist in Hamburg als Anwalt nieder, bevor er 1976 nach Friedrichsruh zog.

Seit 1960 war Ferdinand von Bismarck mit der aus Belgien stammenden Elisabeth Gräfin Lippens verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Carl-Eduard, Gottfried, Gregor und Vanessa. Laut "Hamburger Abendblatt" arbeitete er zuletzt im "von Bismarckschen Familienverband", der die weit verzweigte Familie zusammenhält. Er war Mitglied des Kuratoriums der Otto-von-Bismarck-Stiftung.

Laut "Abendblatt" hatte er sich in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Auch seine Frau sei immer seltener gesehen worden. Termine wie die alljährliche Eröffnung ihres bekannten Schmetterlingsgartens im Schlosspark nahm sie demnach zuletzt nicht mehr wahr.

wit/dpa



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