Proteste gegen Polizeigewalt Erneut Dutzende Festnahmen in Ferguson

Im US-Bundesstaat Missouri hat die Polizei nach Protesten mindestens 49 Menschen festgenommen. Die Demonstranten hatten sich in der Stadt Ferguson versammelt, um Konsequenzen aus dem Tod des Teenagers Michael Brown zu fordern.

Festnahme des Aktivisten Cornel West in Ferguson: Demo im strömenden Regen
AFP

Festnahme des Aktivisten Cornel West in Ferguson: Demo im strömenden Regen


St. Louis - Bei Protesten gegen Polizeigewalt in der Stadt Ferguson (US-Bundesstaat Missouri) haben Einsatzkräfte 49 Menschen festgenommen. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei in St. Louis. Zeugen sprechen sogar von mehr als 50 Festgenommenen. Unter ihnen ist auch Cornel West, ein prominenter schwarzer Bürgerrechtler.

Die Demonstranten waren am Montag (Ortszeit) trotz Regenwetters und Tornadowarnung auf die Straße gegangen, um strafrechtliche Konsequenzen aus dem Tod des schwarzen Jugendlichen Michael Brown zu fordern. Hunderte von ihnen harrten stundenlang vor der Polizeiwache in Ferguson aus.

Einige der Protestler seien schließlich wegen Ruhestörung festgenommen worden, andere hätten bei dem als "Moral Monday" (Moral-Montag) bezeichneten Protest passiven Widerstand geleistet, teilte der Polizeisprecher mit. Bürgerrechtsgruppen hatten zuvor zu einem "Wochenende des Widerstands" aufgerufen, am Sonntag nahmen 2000 Menschen an einem Protestmarsch teil. Bereits danach hatte es Festnahmen gegeben.

Michael Brown war am 9. August von einem weißen Polizisten in Ferguson erschossen worden. Der Fall hatte landesweit Empörung ausgelöst. In Ferguson ging vor allem die schwarze Bevölkerung auf die Straße, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Neuen Furor entwickelten die Proteste, nachdem Anfang Oktober ein weiterer schwarzer Jugendlicher in St. Louis durch Polizeikugeln starb.

rls/dpa/AP



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