Krawalle nach Tötung von Teenager Gouverneur schickt Nationalgarde nach Ferguson

Missouris Gouverneur Jay Nixon reagiert auf die Gewalt in Ferguson: Die Nationalgarde soll in der Kleinstadt für Ruhe und Ordnung sorgen. Seitdem ein weißer Polizist den schwarzen Teenager Michael Brown erschoss, gibt es in dem Ort Krawalle.
Krawalle nach Tötung von Teenager: Gouverneur schickt Nationalgarde nach Ferguson

Krawalle nach Tötung von Teenager: Gouverneur schickt Nationalgarde nach Ferguson

Foto: Joshua LOTT/ AFP

Ferguson - Um der Lage in Ferguson Herr zu werden, hat Missouris Gouverneur Jay Nixon angeordnet, die Nationalgarde in die Kleinstadt zu schicken. Dort liefern sich seit Tagen Polizei und Demonstranten gewalttätige Auseinandersetzungen. Die Sicherheitskräfte setzten Rauchbomben und Tränengas ein, die Protestierenden warfen Molotowcocktails.

Friedliche Proteste seien durch eine steigende Zahl von Einzelpersonen gestört worden, teilte Nixon mit. Viele davon seien von außerhalb in die Stadt gekommen. Er verurteile Schüsse auf Polizisten, Plünderungen und Versuche, Straßen zu blockieren. "Angesichts dieser bewussten, koordinierten und stärker werdenden Angriffe auf Leben und Eigentum in Ferguson" habe er die Nationalgarde angewiesen, dabei zu helfen, Frieden und Ordnung wiederherzustellen.

Auslöser der Unruhen ist der Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown. Ein weißer Polizist hatte ihn erschossen. Wie eine Obduktion ergab, wurde der 18-Jährige von sechs Kugeln getroffen.

Die Entsendung der Nationalgarde bedeutet eine weitere Zuspitzung der Lage. Die örtliche Polizei war bereits zu Gunsten der Autobahnpolizei entmachtet worden. Dies wurde auch als Versuch gedeutet, die Lage zu beruhigen. Fergusons mehrheitlich schwarze Einwohner waren wütend auf die örtliche Polizei, bei der fast ausschließlich Weiße arbeiten. Viele werteten die tödlichen Schüsse auf Brown als Ausdruck eines institutionellen Rassismus.

Fotostrecke

Kleinstadt in Missouri: Nächtliche Krawalle in Ferguson

Foto: Joshua LOTT/ AFP

Die Wut gegen die hochgerüstete Polizei entlud sich in vielen Demonstrationen, schlug aber auch in Gewalt um. In den beiden vergangenen Nächten ignorierten Hunderte Protestierende Ausgangssperren. Polizisten schossen mit Rauchbomben und Tränengas, Demonstranten sollen Molotow-Cocktails geworfen haben.

Polizisten in Kampfmontur hatten Demonstranten aufgefordert, nach Hause zu gehen. Einige befolgten die Anweisung, aber eine Gruppe von etwa hundert Personen blieb stehen. Die Polizei durchbrach von Demonstranten errichtete Straßensperren.

Er habe keine andere Alternative gehabt, als die Intensität der polizeilichen Reaktion zu erhöhen, sagte Polizei-Einsatzleiter Ron Johnson von der Autobahnpolizei. Zwei Personen seien durch die Schüsse verletzt worden. Die Behörden verteidigten sich, man habe nur auf Schüsse, Plünderungen und Vandalismus reagiert.

ulz
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.