"I will fucking kill you" Polizist in Ferguson nach Drohung suspendiert

Ein Polizist ist in der US-Stadt Ferguson suspendiert worden, nachdem er friedliche Demonstranten beschimpft und mit seinem Sturmgewehr bedroht hatte. Über soziale Netzwerke verbreitete sich ein Video des Vorfalls viral.


Ferguson/St. Louis - In der seit Tagen von gewalttätigen Auseinandersetzungen erschütterten US-Stadt Ferguson ist ein Polizist vom Dienst suspendiert worden, nachdem er unbewaffnete Demonstranten mit seinem Sturmgewehr bedroht hatte. Videoaufnahmen des Vorfalls wurden über soziale Netzwerke verbreitet.

Die Szene, bei der niemand verletzt wurde, steht für viele Beobachter sinnbildlich für das zum Teil aggressive Auftreten der Polizei in Ferguson, einem Vorort von St. Louis mit rund 20.000 Einwohnern.

Nach offizieller Darstellung hatte der Polizist nach einer verbalen Auseinandersetzung am Dienstagabend seine Waffe gehoben und auf einen Demonstranten gerichtet. Ein Vorgesetzter des Mannes sei schnell eingeschritten: "Der Sergeant zwang ihn dazu, die Waffe herunterzunehmen und führte ihn vom Ort der Auseinandersetzung weg", heißt es in einer Stellungnahme der Bezirkspolizei.

"I will fucking kill you, get back, get back!"

Im inzwischen viral verbreiteten Video ist zu sehen, wie der Polizist - ein Weißer - sichtbar aufgebracht und mit weit aufgerissenen Augen sein Gewehr auf mehrere Demonstranten und Reporter richtet. Schließlich ruft er: "I will fucking kill you, get back, get back!", bevor der erwähnte Sergeant hinzukommt und den Polizisten von der Straße führt.

"Die gemeinsame Einsatzleitung hält das Vorgehen des Polizisten für unangemessen", heißt es in der Stellungnahme. Der Mann sei vom Dienst freigestellt und bis auf Weiteres suspendiert worden. Details über mögliche Ermittlungen oder Disziplinarstrafen wurden nicht genannt.

Nach wiederholten Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten blieb es in Ferguson zuletzt relativ friedlich. In der Nacht zum Donnerstag kam es lediglich zu sechs Festnahmen wegen kleinerer Vergehen. Am Dienstagabend waren es noch 47 Festnahmen gewesen. Auslöser für die tagelangen Unruhen waren die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den 18-jährigen unbewaffneten Afroamerikaner Michael Brown am 9. August.

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rls/Reuters/dpa

insgesamt 18 Beiträge
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spon-facebook-1629421895 21.08.2014
1.
Laut TYT wurde er lediglich aus Ferguson abgezogen.
fatherted98 21.08.2014
2. Dem sind...
...die Nerven durchgegangen...kann man auch verstehen wenn man sich die Umgebung ansieht...keiner folgt den Anweisungen der Polizei...und wer weiß was der Typ vorher erlebt hat und wie lange er im Dienst war.
monotrom 21.08.2014
3. Wenn er...
... die Nerven nicht hat, sollte er vielleicht einen Beruf wählen, bei dem er mit Bleistift, und nicht mit einem Sturmgewehr rumfuchteln kann...
oljako 21.08.2014
4.
Zitat von fatherted98...die Nerven durchgegangen...kann man auch verstehen wenn man sich die Umgebung ansieht...keiner folgt den Anweisungen der Polizei...und wer weiß was der Typ vorher erlebt hat und wie lange er im Dienst war.
und? auf leute zielen, sie mit dem tod zu bedrohen und dabei irre aus der wäsche zu gucken, hat nichts mit professionalität zu tun. dass ein übermüdeter trucker auf amphetamin zum geisterfahrer wird, kann man auch verstehen..
lupidus 21.08.2014
5.
was gibts da zu verteidigen ? er hat durchgedreht, basta. es war keine lebensbedrohliche situation für irgendjemandne, also auch absolut kein grund mit dem tode zu drohen ! auch eine nicht befolgte polizeiliche anweisung ist kein ausreichender grund einen unbewaffneten passanten zu erschießen. herrje, ich war beim bund und gegen diese polizisten scheint mir die ausbildung im nachhinein geradezu human. auf jeden fall gehört so einer nicht in so eine situation. ich erwarte von einem polizisten ein größeres repartoire an empathie als befehl und androhung von gewalt.
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