Fernsehen "Literarisches Quartett" vor dem Aus?

Noch ist der Vorhang nicht zu, doch die Frage der Fortführung des "Literarischen Quartetts" im ZDF ist offen. Der so genannte Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki hat offenbar keine rechte Lust mehr.


Marcel Reich-Ranicki: Hat er genug?
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Marcel Reich-Ranicki: Hat er genug?

Hamburg - Dies äußerte "Quartett"-Mitglied Hellmuth Karasek in der "Bunten": Was muss ein Mann mit 81 da noch herumturnen, wenn er eigentlich keine Lust mehr hat?" Reich-Ranicki schwanke noch hin und her, ob er einen Vertrag mit dem ZDF für das Jahr 2002 unterschreiben soll.

Damit ist die Zukunft der beliebten Büchersendung ungewiss. Das ZDF bestätigte, dass Hauptakteur Reich-Ranicki noch keinen Vertrag für die Fortführung der Sendung im kommenden Jahr unterschrieben hat. "Im August wird es eine Entscheidung geben", sagte Programmdirektor Markus Schächter. "Solange Reich-Ranicki es will, machen wir das." Reich-Ranicki selbst wollte sich nicht zu Einzelheiten äußern. Er sagte nur: "Das ist alles noch offen."

Gegenüber der "Bunten" sagte Reich-Ranicki: "In meinem Alter denkt man natürlich: Du hast noch dieses und jenes zu schreiben." Das ZDF versuche ihm alle goldenen Brücken zu bauen, damit er weitermache.

Neue Sendung für den Literaturkritiker

ZDF-Programmdirektor Schächter sagte, Meldungen über ein angebliches Ende des "Literarischen Quartetts" seien eine Spekulation, die es seit zwei Jahren immer wieder gebe. Schächter deutete den Wunsch des Senders an, dem "polarisierenden Mann" ein neues Format, sprich eine neue Sendung, zu geben. "Seine Spontaneität ist so grandios, dass er aus dem Stegreif wunderbare Sendungen hinlegen könnte", sagte Schächter.

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