Tropischer Sturm Hurrikan »Fiona« zieht über Dominikanische Republik

In Puerto Rico hatte der Sturm zu sintflutartigen Regenfällen geführt, das Stromnetz brach zusammen. Nun zog »Fiona« über Teile der Insel Hispaniola. Hunderte Menschen wurden evakuiert.
Nagua, Dominikanische Republik: Ein Radfahrer kämpft gegen den Wind

Nagua, Dominikanische Republik: Ein Radfahrer kämpft gegen den Wind

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Orlando Barria / EPA

Der Hurrikan »Fiona« ist am Montag über die Dominikanische Republik gezogen. Das Notfallzentrum der Regierung meldete umgestürzte Bäume und Strommasten. Fast 800 Menschen wurden demnach an sicherere Orte evakuiert, mehr als 500 befanden sich in Notunterkünften.

Der Sturm rissen den Angaben zufolge zunächst Bäume, Stromleitungen und Werbetafeln in den Städten Punta Cana, La Romana und El Seibo im Osten des Landes um. Nach Angaben von Rettungskräften gab es zunächst keine Berichte über Verletzte. Es war der erste Hurrikan, der das Land direkt traf, seit der Sturm »Jeanne« im September 2018 schwere Schäden im Osten des Landes hinterlassen hatte.

Schon vor der Ankunft des Sturms hatte Staatschef Luis Abinader für Montag einen arbeitsfreien Tag ausgerufen. Für 13 der 32 Provinzen des Landes wurde die Alarmstufe Rot verhängt.

Verheerende Schäden auf Puerto Rico

Bereits am Sonntagnachmittag war »Fiona« mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde als Hurrikan der niedrigsten Kategorie Eins in Puerto Rico auf Land getroffen. Auf der Karibikinsel mit ihren über drei Millionen Bewohnern brach das Stromnetz zusammen, rund 196.000 Menschen waren wegen des Stromausfalls und Überschwemmungen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Umgestürzte Strommasten und Bäume blockierten Straßen, in der Stadt Utuado stürzte eine Brücke ein.

Gouverneur Pedro Pierluisi sagte am Sonntagabend (Ortszeit), das Ausmaß der Schäden in mehreren Regionen sei »katastrophal«. Ihm zufolge fielen binnen fünf Stunden 23 bis 33 Zentimeter Regen. Der Gouverneur rief alle Einwohnerinnen und Einwohner Puerto Ricos auf, zu Hause zu bleiben oder Notunterkünfte aufzusuchen.

Zerstörte Stromkabel auf Puerto Rico

Zerstörte Stromkabel auf Puerto Rico

Foto: Jose Jimenez / Getty Images

Am Montag teilte Puerto Ricos Energieversorger auf seiner Internetseite mit, dass einige »Stromkreise wieder in Betrieb« genommen worden seien. Wie viele Menschen wieder versorgt wurden, erklärte das Unternehmen nicht.

Obwohl der Hurrikan weitergezogen war, gab das NHC zunächst keine Entwarnung für Puerto Rico. Zwar stufte das NHC »Fiona« in Puerto Rico zu einem Tropensturm herab. Das US-Hurrikanzentrum warnte jedoch davor, dass Puerto Rico weiterhin von starkem Regen und verheerenden Sturzfluten heimgesucht werden könnte.

Teile von Puerto Rico haben sich bis heute nicht von dem verheerenden Hurrikan »Maria« vor fünf Jahren erholt, bei dem tausende Menschen umgekommen und unzählige weitere obdachlos geworden waren. Bereits damals zerstörte »Maria« das Stromnetz. Versuche, das Problem durch eine Privatisierung des Stromnetzes in den Griff zu bekommen, schlugen fehl. Erst im vergangenen April fiel die Stromversorgung für mehr als eine Million Menschen erneut aus.

Am frühen Montagnachmittag zog »Fiona« auf den offenen Atlantik hinaus. Das NHC erwarte, dass sich der Sturm verstärke. Gegen 14 Uhr Ortszeit befand sich »Fiona« 270 Kilometer südöstlich der Insel Grand Turk Island mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde.

Fiona hatte vor seinem Eintreffen auf Puerto Rico bereits die östliche Karibik heimgesucht. Ein Mann starb nach Behördenangaben auf der Insel Guadeloupe, als Hochwasser sein Haus mit sich riss.

sol/AFP/AP/Reuters
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