Sturm "Florence" in North Carolina Gouverneur warnt Einwohner vor voreiliger Rückkehr

Vor allem im US-Bundesstaat North Carolina hat der Tropensturm "Florence" gewütet. Die Gefahr besteht vielerorts weiter: Die Behörden warnen vor Dammbrüchen, Erdrutschen und lebensgefährlichen Sturzfluten.

Zerstörte Straße in Rocky Point in North Carolina
DPA

Zerstörte Straße in Rocky Point in North Carolina


Der Tropensturm "Florence" hat auf seinem Kurs durch den Südosten der USA an Wucht verloren - doch ein Ende des Ausnahmezustands ist längst nicht in Sicht. Die Behörden warnten, dass weiterhin Dammbrüche, Erdrutsche und ansteigende Fluten drohten. Die Zahl der Toten durch den Sturm stieg auf 31, 25 davon im Bundesstaat North Carolina.

"Dies ist ein gewaltiger Sturm, der weitergeht", sagte North Carolinas Gouverneur Roy Cooper. Nach seinen Angaben nahm überall in dem Staat das Hochwasser von Flüssen weiter zu. Viele weitere Straßen drohen demnach, überschwemmt zu werden. Cooper warnte Einwohner der Katastrophengebiete, die vor "Florence" geflohen waren, vor einer voreiligen Rückkehr.

"Katastrophale und lebensbedrohliche Sturzfluten"

Auch der US-Wetterdienst erklärte, in Teilen von North Carolina und des südlich angrenzenden South Carolina seien weiterhin "katastrophale und lebensbedrohliche Sturzfluten" möglich. Die Katastrophenschutzbehörde Fema sorgte sich um den Zustand der Schutzdämme. Diese seien bereits durch heftige Regenfälle eines Tropensturms von Anfang September äußerst belastet worden, sagte Behördenchef Brock Long dem Sender "Fox News".

Fotostrecke

20  Bilder
Verheerender Tropensturm: "Florence" und die Folgen

Allein in North Carolina kamen nach Angaben des Gouverneurs mindestens 17 Menschen durch "Florence" ums Leben. Hinzu kamen weitere sechs Todesopfer in South Carolina. Die Sachschäden wurden auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt.

Etliche Straßen waren durch umgestürzte Bäume und Überschwemmungen blockiert, darunter Teile des wichtigen Nord-Süd-Highways I-95. Der Badeort Wilmington in North Carolina war durch die Straßenüberflutungen weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Rettungsteams schafften es trotzdem, mit Lkw Nahrung und Wasser in die Stadt zu bringen.

REUTERS

Etwa eine halbe Million Haushalte in North und South Carolina waren am Montag zudem weiterhin ohne Strom. Der Energieversorger Duke Energy erklärte, durch die Überschwemmungen sei es schwierig für das Unternehmen, für Reparaturarbeiten in der Gegend umherzufahren. Zudem könnten umgestürzte Strommasten in den Wassermassen schwer zu finden sein.

Die Behörden erwarteten einen langwierigen Wiederaufbau. Die Folgen von "Florence" seien vermutlich größer als jene durch den Hurrikan "Matthew" von 2016, sagte North Carolinas Senator Thom Tillis auf "Fox News". "Matthew" hatte in dem Bundesstaat 26 Menschen getötet. Vor allem die Landwirtschaft sei "schwer getroffen", sagte Tillis. Die Ernteschäden müssten erst begutachtet werden, es sei aber von einem Schaden in Höhe von einigen Milliarden Dollar auszugehen.

"Florence" war am Freitag als Hurrikan auf die US-Südostküste geprallt, hatte sich dann aber zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt. Gleichwohl sorgte der Sturm auch noch danach für schwere Regenfälle. Der Wetterdienst warnte zudem, dass das Tiefdruckgebiet vereinzelte Tornados auslösen könnte.

kry/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.