Florida Acht Kraftwerke ausgefallen - Millionen ohne Strom

Ausnahmezustand in Florida: Im Süden des US-Bundesstaats sind acht Kraftwerke gleichzeitig ausgefallen. Millionen Einwohner in Miami und anderen Orten waren betroffen.


Miami - Ein Domino-Effekt hat in Florida für einen massiven Stromausfall gesorgt: In dem südlichen US-Bundesstaat sind acht Kraftwerke ausgefallen. Mehr als vier Millionen Menschen waren nach Angaben des Nachrichtensenders CNN seit dem Mittag von der Energieversorgung abgeschnitten. Am Abend wurden in einigen Städten Entwarnung gegeben.

Ampeln funktionieren nicht mehr - dadurch kam es in vielen Städten zu chaotischen Szenen im Straßenverkehr. Betroffen war vor allem die Region zwischen Daytona und Miami. In Miami war die Metro lahmgelegt. Menschen blieben in Aufzügen stecken. Läden machten dicht, Schulen blieben länger geöffnet, um Schülern das Verkehrschaos zu ersparen.

Was genau der Auslöser für das massive Problem war, ist noch nicht endgültig geklärt. Fox News berichtete, es sei zu einem Defekt an einer Umspann-Station gekommen, dies habe einen Domino-Effekt ausgelöst. Inzwischen erklärte Daniel McIntyre, der Sprecher der US-Atomregulierungsbehörde, an einem Umspannwerk zwischen Miami und Daytona in Süd-Florida seien ersten Erkenntnissen zufolge zwei Stromleitungen ausgefallen. Dies habe möglicherweise eine Kettenreaktion ausgelöst, weil die daraus resultierende Unterspannung zur Abschaltung des Atomkraftwerks Turkey Point geführt habe.

Ein Sprecher des Energieunternehmens Power & Light hatte gesagt, zunächst seien zwei Nuklear-Reaktoren in einem Atomreaktor südlich von Miami heruntergefahren worden. "Als das geschah, wurde das Stromnetz in ganz Florida gestört", sagte er dem Fernsehsender BayNews9.

Eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums sagte, es gebe keine Hinweise auf einen Terroranschlag. Behördensprecher Kenneth Clark sagte, ein "krimineller" Hintergrund sei auszuschließen, der Ausfall habe eine rein technische Ursache.

New Yorks schwärzester Tag

Einen der dramatischsten Stromausfälle erlebten die USA am 13. Juli 1977. Betroffen war damals New York - es war eine Katastrophe. Um 21.36 Uhr gingen die Lichter aus. Bald stand alles still, was Strom brauchte in der Millionenmetropole: Laternen, Ampeln, Klimaanlagen, Aufzüge, Vorortzüge, U-Bahnen, Krankenhäuser. 25 Stunden dauerte der große Blackout von 1977.

Neun Millionen Menschen saßen damals im Dunkeln - und aufgebrachte Horden marodierten durch die Straßen, plünderten mehr als 1600 Geschäfte, setzten ganze Häuserblocks in Brand. Der finanzielle Schaden reichte in die Milliarden, der psychologische blieb unermesslich.

Am 14. August 2003 wurden die New Yorker wieder geprüft. Da überrollte ein Mega-Blackout den gesamten Nordosten der USA und Kanadas - bei 35 Grad Celsius im Schatten. Diesmal reagierten die New Yorker mit Feiern: Die Blackout-Nacht blieb friedlich und wurde zu einer einzigen Freiluft-Fete.

als/tno/Reuters/dpa/AP/AFP



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