Florida Tausende fliehen vor Tropensturm "Fay"

Er wütete über Haiti und tötete Dutzende: Jetzt bedroht Tropensturm "Fay" auch den US-Bundesstaat Florida. Die Behörden sind alarmiert, die Nationalgarde steht bereit und Tausende Touristen kehrten Key West bereits den Rücken.


Key West - "Florida ist vorbereitet. Wir sind bereit. Wir sind wachsam", sagte Floridas republikanischer Gouverneur Charlie Crist in Tallahassee. Die Behörden in Key West auf der Inselkette Florida Keys hatten Alarm gegeben: Weil Meteorologen befürchten, Tropensturm "Fay" könne sich zu einem Hurrikan auswachsen, wurden sämtliche Touristen vorsorglich zum Verlassen der Insel aufgefordert. Tausende Urlauber strömten daraufhin am Sonntag aus der Stadt, auf den Ausfallstraßen bildeten sich lange Autoschlangen.

Satellitenfoto: Tropensturm "Fay" auf dem Weg nach Florida
AFP

Satellitenfoto: Tropensturm "Fay" auf dem Weg nach Florida

Wegen des drohenden Sturms sollen die Schulen auf den Keys am Montag und Dienstag geschlossen bleiben. Rund 500 Angehörige der Nationalgarde stehen bereit, die ersten Notunterkünfte wurden bereits geöffnet. In Miami begannen die Menschen, sich mit Vorräten einzudecken.

Dem US-Hurrikanzentrum in Miami zufolge bewegte sich der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern in Richtung Nordwesten. Wegen der hohen Temperaturen in den Gewässern südlich von Kuba könnte er den Experten zufolge zu einem Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern werden. Demnach könnte der Sturm am Dienstag nahe Tampa in Florida auf das US-Festland treffen und dann weiter in Richtung Georgia ziehen.

Dutzende Tote in Haiti

Schon jetzt hat der Tropensturm in Haiti mehr als 50 Menschen das Leben gekostet. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Insassen eines Busses, der am Sonntag von den Fluten eines stark angeschwollenen Flusses mitgerissen wurde. Zwei Dutzend Menschen seien lebend aus dem Fluss Glace in der südwestlichen Provinz Grand-Anse gerettet worden, sagte der örtliche Bürgermeister Oreste Andre am Telefon. "Der Fluss hat sie wie Treibholz mitgerissen."

In dem Bus hätten sich mindestens 80 Menschen befunden. Die Überlebenden hätten sich auf das Dach des gesunkenen Busses retten können, während die Toten in dem Fahrzeug eingeschlossen gewesen seien. Einer Augenzeugin zufolge ertranken auch viele Kinder.

Auch in der Dominikanischen Republik ertrank eine Frau, drei weitere Menschen wurden vermisst gemeldet.

Am Sonntag hatte "Fay" Kurs auf Kuba genommen. Begleitet von heftigem Regen erreichte der Tropensturm die kubanische Westküste. Mehr als 15.000 Menschen wurden hier vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht. "Fay" ist der sechste atlantische Tropensturm dieser Saison.

ala/AFP/AP/Reuters



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