Flüchtlingsdrama vor italienischer Küste Zwei Tote - hunderte in Seenot

Die italienische Küstenwache hat hunderte Flüchtlinge von zwei führerlosen Schiffen gerettet, die zu sinken drohten. Zwei Frauen, die von Schleusern auf einem anderen Boot gezwungen worden waren, über Bord zu springen, starben bei dem Versuch an Land zu schwimmen.


Immer wieder trifft die italienische Küstenwache auf völlig überfüllte Flüchtlingsschiffe
AP

Immer wieder trifft die italienische Küstenwache auf völlig überfüllte Flüchtlingsschiffe

Bari - Nach den Ermittlungen der Polizei sind die Schlepper für den Tod der beiden Frauen verantwortlich. Wie die Behörden mitteilten, mussten sie auf Drängen der Bootsführer in der Adria ins aufgewühlte Meer springen. Die Frauen seien ertrunken, ein etwa 20 Jahre alter Mann konnte in letzter Minute geborgen worden. Mit solch riskanten Aktionen versuchen Schleuser immer wieder, der italienischen Küstenwache zu entkommen. Die Leichen seien auf den Klippen nördlich von Bari gefunden worden.

Zuvor war es bereits in einem anderen Küstenabschnitt zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen. Etwa 300 Menschen drohten auf zwei führerlosen und altersschwachen Schiffen unterzugehen. Die Rettungsaktion sei nach einem SOS-Funkspruch angelaufen. Von den Schleppern fehlt jede Spur. Bei den Immigranten handele es sich zumeist um Kurden.



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