Flughafen Köln-Bonn Kleinkind von Drehtür zerquetscht

Bei einem tragischen Unfall auf dem Köln-Bonner Flughafen ist ein 18 Monate alter Junge ums Leben gekommen. Als das Kind seiner Mutter hinterherlaufen wollte, verfing es sich unglücklich in der Tür. Es folgte eine verhängnisvolle Rettungsaktion.



Um 11.40 Uhr hatte die Mutter mit ihren beiden Kindern - eines davon trug sie auf dem Arm - den Flughafen im Terminal 2, Abflug West, betreten. Passagiere waren sie nicht, die kleine Familie wollte sich nur mal den Flughafen anschauen.

Während die Frau in ein Segment der Drehtür trat, versuchte der eineinhalbjährige Junge zu folgen. Er erreichte den sicheren Platz bei der Mutter jedoch nicht. Während das Kind zwischen dem Außenring und der Glaswand der Drehtür eingeklemmt wurde, bewegte sich die Drehtür aber weiter, erklärte der Kölner Polizeisprecher Werner Schmidt gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Helfern sei es zunächst nicht gelungen, das Kind zu befreien. Schließlich habe ein herbeigeeilter Helfer einen Notknopf betätigt. Dieser soll in Paniksituationen dafür sorgen, dass die Drehtüren zur Seite schwingen. Für Flüchtende würde solch eine relativ langsam drehende Tür sonst zum Nadelöhr werden, sagte Schmidt.

Möglicherweise hat nun genau dieser Einsatz des Notknopfes dazu geführt, dass das Kind so schwer verletzt wurde, dass es wenige Stunden nach dem Unglück in einer Kölner Klinik verstarb, sagte der Sprecher. Die genaue Unglücksursache stehe aber noch nicht fest, betonte er. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen. Ein Sachverständiger des Amtes für Arbeitsschutz sei daran beteiligt.

Anja Stenzel van Melis, Pressesprecherin am Flughafen Köln-Bonn, erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, zwischen den Drehflügeln und dem Außenring seien etwa vier Zentimeter Platz. Das müsse so sein, denn sonst könne sich die Tür nicht drehen. Wie sich das Kind so unglücklich verfangen konnte, könne sich im Moment niemand erklären. Es scheine aber tatsächlich so, dass der Notknopf betätigt wurde. "Dann klappen die Türsegmente schnell auseinander", sagte Stenzel van Melis.

Die Augenzeugen seien zunächst ärztlich betreut worden, nun müssten sie noch vernommen werden. "Wir alle hier sind schockiert." Die Türen seien zuletzt im November 2003 gewartet worden. Es handele sich um Standard-Türen, die in öffentlichen Gebäuden eingebaut würden. "Seit der Eröffnung des neuen Terminal 2 sind Millionen Passanten durch diese Tür gegangen, ohne dass etwas passiert ist."

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