Flugzeug-Crash Mindestens ein Deutscher unter den Phuket-Opfern

Unter den Todesopfern des schweren Flugzeug-Unglücks auf Phuket ist mindestens ein Deutscher. Der 29-Jährige kam nach Angaben des Auswärtigen Amts aus Rheinland-Pfalz. Die Behörden prüfen nun Hinweise, wonach noch ein zweiter deutscher Passagier ums Leben gekommen ist.

Berlin - Details gibt es noch nicht: Woher genau in Rheinland-Pfalz der getötete Deutsche stammte - das teilte das Auswärtige Amt bisher nicht mit. "Es gibt mindestens ein deutsches Todesopfer, vier weitere Deutsche wurden verletzt", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts SPIEGEL ONLINE. Zuvor hatte er von Hinweisen auf "ein bis zwei deutsche Todesopfer" gesprochen. Auf der Passagierliste stehen insgesamt sieben deutsch klingende Namen, darunter auch die der vier Verletzten.

Bei dem schweren Unglück waren gestern insgesamt mindestens 91 Menschen ums Leben gekommen. Von den 123 Passagieren stammten offiziellen Angaben zufolge 78 aus dem Ausland, unter ihnen Touristen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel und Australien. Im Internet wurden Listen mit den Namen der Passagiere und der Überlebenden veröffentlicht.

Unter den Verletzten im Bangkok Phuket Hospital sind nach Angaben einer Ärztin fünf Personen in kritischem Zustand. Unter ihnen ist eine Britin mit schwersten Brandverletzungen.

Die vier überlebenden Deutsche befinden sich unterdessen auf dem Weg der Besserung. Das sagte eine Sprecherin des Krungthep-Phuket-Krankenhauses. Die drei Männer und eine Frau im Alter von 24, 25, 27 und 36 Jahren seien nicht auf der Intensivstation und nur leicht verletzt. Sie wollten alle so schnell wie möglich nach Hause zurückkehren.

Das Flugzeug der thailändischen Gesellschaft One-Two-Go war gestern bei schlechtem Wetter in Phuket über die Landebahn hinausgeschossen und in Flammen aufgegangen. Nur wenige Augenblicke vor der Katastrophe kam noch ein Signal aus dem Cockpit der Maschine an den Kontrollturm: Er breche die Landung ab, weil er nichts mehr sehen könne, sagte der Pilot, berichtete die Zeitung "Bangkok Post" unter Berufung auf die Flugsicherung.

Ermittler haben inzwischen aus dem Wrack die beiden Flugdatenschreiber geborgen. Die Geräte sollen zur Auswertung in die USA gebracht werden, sagte Verkehrsminister Theera Haocharoen. "Wir werden dann hoffentlich in ein paar Wochen die Ursache des Unglücks kennen." Die beiden Piloten kamen ums Leben.

Die thailändischen Behörden gehen davon aus, dass das schlechte Wetter die Bruchlandung verursachte. Weil die Sicht zum Zeitpunkt der Landung so schlecht gewesen sei, habe der Pilot durchstarten wollen, sagte der Generaldirektor der thailändischen Luftverkehrsbehörde, Chaisak Angsuwan. Dabei habe das Flugzeug das Gleichgewicht verloren und sei in zwei Teile auseinandergerissen worden.

Als die Maschine mit 130 Menschen an Bord gestern Nachmittag in Phuket zur Landung ansetzte, peitschten heftige Windböen mit Regen über die Landebahn. Die Maschine raste über die Landbahn hinaus und in einen Erdwall. Ein Kameramann, der zufällig am Flughafen war, filmte das Unglück. Die Maschine ging demnach sofort nach dem Aufprall in Flammen auf. Die Überlebenden saßen überwiegend im hinteren Teil. Sie sprangen aus dem brennenden Wrack ins Freie. Unter den Verletzten im Bangkok Phuket Hospital sind nach Angaben einer Ärztin fünf Personen in kritischem Zustand. Unter ihnen ist eine Britin mit schwersten Brandverletzungen.

Es war das erste Unglück der Linie One-Two-Go, einer erst vor wenigen Jahren gegründeten Tochter der thailändischen Fluggesellschaft Orient Thai Airlines. Orient Thai-Chef Udom Tantiprasongchai äußerte tiefes Bedauern und versprach Hilfe für die Angehörigen.

Das Unglücksflugzeug wurde 1983 gebaut und war seit März dieses Jahres in Thailand im Einsatz.

Die deutsche Botschaft in Bangkok hat einen Krisenstab und eine Telefon-Hotline für besorgte Angehörige eingerichtet.

jdl/Reuters/AP/dpa/AFP

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