Flugzeugentführung Kubanische Kidnapper flogen nach Florida

Ein kubanisches Verkehrsflugzeug ist mit 35 Menschen an Bord in die USA entführt worden. Es wird vermutet, dass die Entführer dadurch auf das verschärfte Vorgehen Fidel Castros gegen Dissidenten aufmerksam machen wollten.


Fidel Castro: Er ließ in den vergangenen Tagen 46 angebliche Dissidenten festnehmen
AP

Fidel Castro: Er ließ in den vergangenen Tagen 46 angebliche Dissidenten festnehmen

Key West/Florida - Die sechs mit Messern bewaffneten kubanischen Entführer stellten sich nach der Landung in Florida den Behörden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Alle 29 Passagiere seien wohlauf. Das Flugzeug wurde von US-Militärmaschinen zum Flugplatz von Key West eskortiert.

Die Maschine vom Typ DC-3 wurde gegen 19.45 Uhr Ortszeit von den Fluglotsen des internationalen Flughafens Miami entdeckt. Diese konnten jedoch keinen Funkkontakt zu dem kubanischen Flugzeug herstellen. Die Passagiermaschine kam aus Nueva Gerona, der größten Stadt auf der Insel der Jugend, und war auf dem Weg nach Havanna, wie die kubanische Luftfahrtbehörde mitteilte. Das Flugzeug sei jedoch an der kubanischen Hauptstadt vorbei und über die Meeresenge nach Florida geflogen.

Die Motive der Entführer waren zunächst unklar. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem verschärften Vorgehen der kubanischen Regierung gegen Dissidenten und gegen die US-Botschaft in Havanna. Mindestens 46 Gegner des kommunistischen Regimes wurden in den letzten zwei Tagen verhaftet, wie der Menschenrechtler Elizardo Sánchez mitteilte. Die Regierung unter Fidel Castro schränkte zudem die Bewegungsfreiheit der US-Diplomaten in Kuba ein, denen sie Unterstützung der Opposition vorwirft. US-Botschafter James Cason hatte sich in den vergangenen Monaten öffentlich mit Oppositionellen getroffen und regimekritischen Journalisten seine Residenz als Treffpunkt zur Verfügung gestellt.



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