Flugzeugunglück Airbus bei Testflug in Frankreich abgestürzt

Unfall vor der Küste Frankreichs: Ein Flugzeug vom Typ Airbus A320 ist bei einem Übungsflug ins Mittelmeer gestürzt. An Bord der Maschine waren Behörden zufolge sieben Menschen, darunter zwei deutsche Piloten. Armee und Katastrophenschutz sind am Unglücksort.

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Paris - Das Flugzeug war nach Angaben eines Marinesprechers um 16.46 Uhr vom Radar verschwunden. Die Behörden entsandten daraufhin Schnellboote, ein Marineflugzeug sowie einen Hubschrauber zur Absturzstelle. Das Flugzeug, das auf einem Erprobungsflug war, sollte in Perpignan landen.

An Bord der Maschine seien sieben Personen gewesen. Für die zwei deutschen Piloten sowie fünf Neuseeländer gebe es keine Hoffnung, sagte ein Sprecher der französischen Rettungskräfte. Bis zum Abend fanden die Helfer drei Leichen.

Der abgestürzte Airbus A320-200 war von XL Airways Germany geleast worden, nach der Wartung sollte das relativ neue Modell an seinen Eigentümer, Air New Zealand, zurückgegeben werden.

Der Vertrag war bereits ausgelaufen, die Bemalung des Fliegers längst überstrichen, als der technische Abnahmeflug am Nachmittag verunfallte, sagte Asger Schubert, Sprecher der Fluggesellschaft, SPIEGEL ONLINE.

Die Maschine sei beim Landeanflug verunglückt. Noch sei unklar, ob dem Piloten eine Notwasserung gelungen oder ob die Maschine ins Wasser gestürzt sei. "Klar ist bisher nur, dass die Maschine gebrochen im Meer liegt", so Schubert.

Karte von Perpignan: Beim Trainingsflug ins Meer gestürzt
Google Earth

Karte von Perpignan: Beim Trainingsflug ins Meer gestürzt

Gründe für das Unglück konnte der XL-Airways-Sprecher nicht nennen. Hubschrauber würden die Nacht über im Dunkeln nach Überlebenden suchen. Unfallermittler seien bereits vor Ort. Die Maschine war seit 2006 bei XL Airways im Einsatz.

Der europäische Flugzeugbauer bestätigte die Angaben bislang nicht. "Ich habe noch keine gesicherten Daten", sagte ein Airbus-Sprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Das Charterflugunternehmen XL Airways Germany wurde im Januar 2006 gegründet und fliegt im Auftrag von Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften. Bislang hatte die Gesellschaft nur zwei Airbus-Modelle sowie fünf Boeing-Flugzeuge. Eigentümer von XL Airways Germany ist die isländische Bank Straumur.

Die A320 ist das erfolgreichste Modell von Airbus. Die zweimotorige Maschine mit rund 150 Plätzen gilt als zuverlässiges Arbeitstier. Auch Billigflieger schätzen das Mittelstreckenflugzeug mit einer Reichweite von bis zu 5700 Kilometern.

In Norwegen landete unterdessen ein Airbus vom Typ A330 wegen eines Triebwerkschadens vorzeitig. Die A330 der skandinavischen Gesellschaft SAS hatte 193 Menschen an Bord und landete "vorsichtshalber" in Trondheim im Westen von Norwegen, wie das Unternehmen mitteilte.

Das Flugzeug war demnach zwischen Stockholm und Chicago unterwegs; die Passagiere sollten im Laufe des Abends mit einer anderen Maschine weiterfliegen.

jdl/jjc/asc/AFP/Reuters/dpa



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