Flugzeugunglück in Italien Justiz ermittelt gegen den Piloten

Ursachenforschung nach dem Flugzeugunglück vor der Küste Siziliens: Möglicherweise war der Pilot schuld oder der Treibstoff mangelhaft, vermuten italienische Richter. Bei der Notwasserung am Samstag waren mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.


Palermo - Der Flugkapitän der Tunisair-Maschine sagte der Zeitung "Corriere della Sera" von seinem Krankenhausbett aus lediglich: "Ich bin kein Held. Ich wollte alle meine Passagiere retten. Das habe ich nicht geschafft." Die Ermittler untersuchen, ob der tunesische Pilot nach dem Ausfall des ersten Triebwerkes alle Vorschriften eingehalten habe, berichten italienische Zeitungen. Die beiden Propellerturbinen könnten aber auch wegen minderwertigen Kraftstoffs stehen geblieben sein.

Der Lieferant des Treibstoffes stritt die Vorwürfe ab. Das tunesische Flugzeug habe aus dem selben Tank Kraftstoff erhalten wie fünf andere Maschinen, bei denen es zu keinen Problemen gekommen sei.

Bei dem Unglück fielen beide Triebwerke nahezu gleichzeitig aus. Experten bezeichneten den Defekt als extrem ungewöhnlich. Das Turboprop-Flugzeug vom Typ ATR 72 sollte italienische Urlauber von Bari zur Insel Djerba in Tunesien bringen. 23 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten die Notwasserung. Mindestens 13 Menschen starben, drei werden noch vermisst.



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