Flugzeugunglück in New York Airbus-Notlandung im Hudson River vor Manhattan - alle Passagiere gerettet

Dramatische Szenen in New York: Ein Airbus 320 der US Airways mit rund 150 Menschen an Bord musste im eisigen Hudson River notlanden – wie durch ein Wunder wurden alle Fluggäste gerettet. Dutzende konnten auf eine Tragfläche klettern, andere wurden aus dem Wasser gezogen. Die Maschine war offenbar zuvor mit einem Vogelschwarm kollidiert.

New York - Es war eine meisterhafte Notlandung: Ein US-Passagierflugzeug mit mehr als 150 Menschen an Bord ist am Donnerstag kurz nach dem Start in New York im Hudson River niedergegangen. Der Pilot hatte zuvor über Funk von Problemen wegen eines Vogelschwarms berichtet. Zunächst hatte es so ausgesehen, als sei das Flugzeug abgestürzt.

Der Airbus 320 versank bis zu den Fenstern in dem Fluss, hatte aber noch genug, Auftrieb, dass die Insassen die Maschine verlassen konnten. Fähren eilten sofort zur Unglücksstelle. Nach Angaben der Flugaufsichtsbehörde FAA haben alle Passagiere den Absturz überlebt und wurden in Sicherheit gebracht.

Die Maschine von US Airways mit der Flugnummer 1549 war auf dem Stadtflughafen LaGuardia mit dem Ziel Charlotte in North Carolina gestartet. Der FAA zufolge befanden sich 148 Passagiere und fünf Crew-Mitglieder an Bord der Maschine.

Der Passagier Alberto Panero sagte CNN, er habe beim Start einen lauten Knall gehört, dann seien sie schon in den Sinkflug übergegangen - und ins Wasser gestürzt. Der Pilot habe die Passagiere auf die Notlandung vorbereitet. Panero sagte: "Das war eine Nahtod-Erfahrung. Irgendwie hielt sich das Flugzeug über Wasser. Es ist einfach unglaublich, dass alle noch leben." Alle Geretteten seien überglücklich, einige hätten lediglich leichte Verletzungen.

Passagier Jeff Kolodjay, der mit Freunden zu einem Golfturnier fliegen wollte, berichtete bei CNN: "Ungefähr drei Minuten nach dem Start sind die Triebwerke ausgegangen. Und dann wussten wir, dass es nach unten geht. Das muss man dem Pilot lassen: Er machte eine höllisch gute Notlandung."

Der Airbus A320

Nach dem Aufsetzen auf der Wasseroberfläche sei es in der Kabine des Jets zunächst etwas hektisch gewesen. "Eine Frau mit einem Baby an der Schulter hat versucht, über die Sitze zum Ausgang zu klettern", sagte Kolodjay. "Da haben wir einfach gerufen, Frauen und Kinder zuerst." Anschließend habe sich der Andrang zu den Ausgängen normalisiert.

US-Fernsehsender zeigten Bilder von der Maschine im eisigen Wasser des Hudson. Auf den Flügeln des Airbus waren Menschen zu sehen, die dort auf Hilfe warteten. Die Küstenwache warf Rettungswesten ins Wasser. Mehrere Schiffe drängten sich um das Flugzeug, über der Unglücksmaschine kreisten Polizeihubschrauber. "Alles, was schwimmen kann, nähert sich dem Ort", beschrieb Tom Fox, Präsident des Verbandes New Yorker Fährunternehmen, die Situation. Nach und nach wurden die Menschen in Sicherheit gebracht.

FBI: "Keine Anzeichen für Terroranschlag"

Die Ursache für das Unglück ist noch unklar. Eine FAA-Sprecherin erklärte, der Airbus sei möglicherweise mit Vögeln zusammengestoßen, die die Triebwerke zerstört hätten. Laut Bundespolizei FBI gab es keine Anzeichen für einen Terroranschlag. Auch das Heimatschutzministerium ging nicht von einem Attentat aus. Augenzeugen berichten, der Pilot habe die Maschine kontrolliert auf dem Wasser aufgesetzt.

Auch lokale Medien meldeten, das Flugzeug sei möglicherweise mit einem Vogelschwarm zusammengestoßen. Laut CNBC soll das Flugzeug in einen Gänseschwarm geraten sein.

US Airways

Die Maschine hat laut CNBC nach dem Start vom Flughafen La Guardia versucht umzukehren. Der Pilot habe noch in der Luft von Schwierigkeiten berichtet und eine Notlandung auf dem Wasser angekündigt, unmittelbar vor den Hochhäusern Manhattans in der Nähe der 48. Straße. Ein FAA-Sprecher sagte dem US-Nachrichtensender CNN, Taucher hätten sich davon überzeugt, dass niemand in dem Flugzeugwrack zurückgeblieben ist.

"Heldentum der New Yorker"

SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke berichtete, die gesamte Uferzone des Hudson River sei gesperrt worden. Überall seien Feuerwehrautos, Busse und Rettungswagen im Einsatz. Bezirksbürgermeister Scott Stringer sagte SPIEGEL ONLINE: "Wir haben alles im Griff." Der Einsatz sei "erstklassig" verlaufen und ein "weiterer großartiger Moment im Heldentum der New Yorker".

Auch der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg informierte sich vor Ort über die Lage an der Absturzstelle. Er ließ sich im Gebäude des Verbands New Yorker Fährunternehmen von Rettungskräften über die Geschehnisse informieren.

amz/dpa/Reuters/AP
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