Flugzeugunglück von Madrid Platzwechsel rettete Stewardess das Leben

Sie hatte unglaubliches Glück: Die Stewardess Antonia Martinez Jimenez sitzt bei Starts üblicherweise im Heck der Maschine, doch auf dem Unglücksflug JK 5022 nahm sie ganz vorne Platz. Nur deshalb hat sie überlebt.


Hamburg - Platz 1E rettete die Flugbegleiterin. Hierher setzte sich Antonia Martinez Jimenez, 27, ausnahmsweise auf dem Unglücksflug von Madrid - und überlebte den Crash, wie ihre Angehörigen nun der britischen Zeitung "Telegraph" erzählt haben. Auch die übrigen 17 Passagiere, die lediglich verletzt wurden, saßen alle im vorderen Teil des Fliegers.

Eine Explosion habe die Reisenden aus dem Jet geschleudert. Sie seien in einem Bach gelandet, wo sie vor der großen Hitze des brennenden Flugzeugs geschützt gewesen seien. "Ich hörte einige Menschen nach Hilfe rufen", sagte Martinez Jimenez dem Blatt. "Einige Minuten später heulten dann die Sirenen auf und ich dachte: 'Ich bin gerettet.'"

Die Erfahrung der Stewardess, die noch im Krankenhaus sagte, sie wolle "nie wieder fliegen", deckt sich offenbar mit den Erkenntnissen britischer Wissenschaftler. Sie haben nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" herausgefunden, dass die Reisenden vorne, in der Mitte und hinten in der Maschine - jeweils in der Nähe der Notausgänge - die besten Chancen haben, ein Unglück zu überleben. Besonders gefährdet ist man demnach im hinteren Teil zwischen Flügeln und Heck.

Unterdessen prüft das Auswärtige Amt in Berlin, ob es ein fünftes deutsches Todesopfer bei dem Flugzeugabsturz in Madrid gibt. Bisher habe man gesicherte Hinweise, dass vier deutsche Staatsangehörige unter den Toten seien, obwohl eine Identifizierung noch ausstehe, sagte ein Sprecher am Sonntag. "Hinweise über mögliche andere Opfer haben sich bisher nicht erhärten lassen."

Am Samstag hatte sich die Zahl der Todesopfer nach dem Absturz der spanischen Spanair-Maschine weiter erhöht. Wie der staatliche spanische Rundfunk RNE berichtete, erlag eine Frau im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Damit kamen beim Absturz der zweistrahligen Maschine vom Typ MD-82 am Mittwoch auf dem Madrider Flughafen Barajas insgesamt 154 Menschen ums Leben. 18 Menschen überlebten die Katastrophe. Die Linienmaschine war unmittelbar nach dem Start abgestürzt.

jdl/AFP

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derreibert 21.08.2008
1. Gute Fluggesellschaften aussuchen, das minimiert das Risiko.
Zwar sind Fluglinien wie Quantas, Lufthansa, Air France o.ä. teurer als viele Billigkonkurrenten, doch fühle ich mich bei ihnen sicherer. Irgendwo muss das Geld ja eingespart werden, wenn Flüge durch halb Europa für wenige Euro angeboten werden. Bei dem Absturz einer Helios-Airways-Maschine 2005 und den vorangegangenen technischen Problemen dieser Fluglinie kam ans Licht, dass bei Ersatzteilen und Wartung gespart wurde. Bei Billig-Fliegern fühle ich mich NICHT sicher. Diese Spanische Fluglinie ist auch eine sehr günstige, doch ob dort an der falschen Stelle gespart wurde, können erst die Untersuchungen ans Tageslicht bringen.
Joachim Baum 21.08.2008
2.
Zitat von sysopDas Unglück in Madrid schockierte Reisende und die Flugbranche. Wie sicher fühlen Sie sich derzeit beim Fliegen?
Immer noch sicherer als im Auto, die Unfallstatistik gibt mir in meinem Gefühl sogar Recht.
fucus-wakame 21.08.2008
3. moderne Verkehrsmittel vermeiden
Man kann auf moderne Verkehrsmittel durchaus verzichten (Flugzeug, Auto, Bahn) und auch mal häufiger zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Also ein aktiver Beitrag zur Sicherheit.
Sackaboner 21.08.2008
4.
Betrachtet man die Geschichte der Flugzeugunglücke, dann ist unverständlich, wie der Start trotz Mängeln freigegeben werden konnte. Vor einigen Jahren gab es ein ähnliches Unglück mit einer Concorde, bei der auch ein Triebwerk brannte. Warum hat man nichts daraus gelernt und Kameras installiert, die den Piloten den Zustand der Triebwerke zeigen. Warum gibt es keine automatischen Feuerlöschanlagen in den Triebwerken? Bedarf es immer erst einer Katastrophe, damit augenscheinliche Mängel behoben werden?
deuterius 21.08.2008
5.
Zitat von fucus-wakameMan kann auf moderne Verkehrsmittel durchaus verzichten (Flugzeug, Auto, Bahn) und auch mal häufiger zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Also ein aktiver Beitrag zur Sicherheit.
Klar, wenn man im Dunstkreis seiner Behausung lebt. Arbeiten Sie ?
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