Vermisste Hunde, Schafe, Enten Tierretter in Flutgebieten noch immer im Einsatz

»Es werden unheimlich viele Tiere vermisst«: Mehr als zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Westdeutschland suchen Helfer noch zahlreiche vermisste Haus- und Nutztiere. Der Einsatz ist groß, das Risiko auch.
Nasser Einsatz: Mitarbeiter der Essener Tierrettung lotsen ein Pony durch das Hochwasser im Kreis Düren (Archivbild)

Nasser Einsatz: Mitarbeiter der Essener Tierrettung lotsen ein Pony durch das Hochwasser im Kreis Düren (Archivbild)

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Stephan Witte / dpa

Auch mehr als zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen sind Tierretter im Einsatz, um verwaiste Tiere zu finden und an ihre Besitzer zu geben. »Es werden unheimlich viele Tiere vermisst«, sagt Iris Tenorth, Vorsitzende des Tierschutzvereins Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis.

Etwa 30 Tiere habe allein das Team des Vereins in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aus zerstörten Häusern und schlammigen Orten gerettet, darunter Hunde, Katzen, Enten und Schafe. Viele weitere Tierheime in der Region sind ebenfalls im Einsatz.

Viele Tiere seien ölverschmiert, sagt Tenorth, andere hätten giftiges Wasser verschluckt. Die Arbeit der Tierretter sei nicht ungefährlich: »Wir haben viele Tiere aus verlassenen Häusern rausgeholt, sind immer mit mindestens zwei Leuten reingegangen zur Sicherung«, sagt sie.

Gerettet: Eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Wachtberg hält eine Ente (Archivbild)

Gerettet: Eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Wachtberg hält eine Ente (Archivbild)

Foto: Tierschutzverein Wachtberg e.V. / dpa

Gesperrte Straßen und die zerstörte Infrastruktur erschweren die Arbeit der Tierschützer demnach zusätzlich. »Wir sind auch in Orte, die abgeschnitten waren, mit dem Quad durch die Berge gefahren, weil wir anders nicht hingekommen sind«, sagt Tenorth. Zudem gebe es Gebiete, in denen Tiere auf sich allein gestellt waren: »Rund um die Steinbachtalsperre war es einfach zu gefährlich.«

Wenn sie Betroffene wieder mit ihren Tieren zusammenbringen können, so Tenorth, dann sei es die Arbeit wert. »Sie weinen viel am Telefon und sind unendlich erleichtert, wenn sie ihre Tiere finden«, sagt die Tierretterin. »Wir versuchen, unseren Beitrag zu leisten. Jeder tut eben, was er kann.«

mxw/dpa
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