Flutkatastrophe in Jakarta Eine Multi-Millionen-Metropole versinkt

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta spitzt sich die Lage zu: Heute Nacht hat es wieder stark geregnet. Straßen wurden unpassierbar, weitere Stadtteile sind von der Außenwelt abgeschnitten. Seuchen drohen. Doch es gibt auch gute Nachrichten.


Jakarta - Die halbe Stadt steht nunmehr unter Wasser: Etwa 330 Quadratkilometer sind von der braunen Brühe überflutet. In der Metropole und ihrer Umgebung leben insgesamt rund 18 Millionen Menschen. Mehr als 340.000 von ihnen mussten ihre Häuser verlassen. Andere sind in Stadtteilen, die wegen der Überflutung von der Außenwelt abgeschnitten sind. Rettungsteams versuchten, die eingeschlossenen Bewohner zu retten. Soldaten brachten ihnen Instant-Nudeln, Reis und Brot.

Überflutete Straße in Jakarta: In manchen Stadtteilen geht das Wasser schon etwas zurück
AP

Überflutete Straße in Jakarta: In manchen Stadtteilen geht das Wasser schon etwas zurück

Sintflutartige Monsun-Regenfälle hatten am vergangenen Donnerstag zu dem Hochwasser in Indonesiens Hauptstadt Jakarta geführt. Weitere Regenfälle in der vergangenen Nacht haben die angespannte Lage in der überschwemmten Region noch verschärft.

Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 36 gestiegen, teilte die örtliche Polizei mit. Zuletzt war von 29 die Rede gewesen. Die meisten seien durch Ertrinken, Stromschläge oder Unterkühlung ums Leben gekommen.

Seit Beginn der Überschwemmungen in Jakarta leiden viele Bewohner unter Hochwasser-bedingten Erkrankungen wie Hautausschlag, Atemwegs- oder Magen- und Darmproblemen. Tausende von ihnen suchten Hilfe an den Notfallstationen. Nach Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums wurden dort bereits mehr als 28.000 Menschen behandelt. Indonesische Behörden warnten zudem vor dem Ausbruch von Seuchen wie Typhus oder Cholera.

Wasserpegel sinkt in einigen Stadtteilen Jakartas

Meteorologen sagten neue Regenfälle für die Region voraus. "Die werden aber nicht so stark sein wie die, die die heftigen Fluten ausgelöst haben", sagte Meteorologe Ahmad Zakir. Die Behörden befürchten trotzdem, dass weitere Flüsse über die Ufer treten könnten. Zuletzt stand in einigen Bezirken das Wasser noch bis zu vier Meter hoch in den Straßen, die eher braun-schmutzigen Seen glichen. Vielerorts sind Strom- und Wasserversorgung zusammengebrochen. Etwa 220.000 Menschen müssen weiterhin in ihren Notunterkünften bleiben - in Moscheen, Schulen und Regierungsgebäuden.

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Heute Morgen sank in manchen Stadtteilen der Wasserpegel, teilten indonesischen Behörden mit. Mehr als 115.000 Menschen könnten nun nach Hause zurückkehren.

fba/dpa/AP



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