Foffi und Gsell Aschenputtels Traum ist aus

Auf der Webseite des Fernsehsenders RTL II ist die Welt von Tatjana Gsell und Ferfried von Hohenzollern noch in Ordnung: Dort wird weiterhin verkündet, dass die beiden demnächst vor den Traualtar treten. Doch aus dem krönenden Abschluss der Show wird nichts.


Hamburg - "RTL II präsentiert als exklusiver Medienpartner das am heißesten gehandelte Society-Event des Jahres 2006!", prahlt der Sender immer noch im Internet. Inzwischen musste man jedoch zugeben, dass die Geschichte der Reality-Hochzeitsshow "Tatjana und Foffi" einen entscheidenden Haken hat: Die Hochzeit ist geplatzt, weil die Noch-Ehefrau von Prinz Ferfried die Scheidung verweigert.

Dabei sollte die Heirat in Dresden der Höhepunkt der letzten Sendung sein, die am Montag ausgestrahlt wird. Schließlich ging es in der vierteiligen Serie genau darum: Der Zuschauer sollte miterleben, wie die 35-jährige, bürgerliche Gsell mit Hilfe von professioneller Hilfe zur Frau eines echten Prinzen umgerüstet wird. "Aschenputtel wird Prinzessin", hieß der Untertitel der Sendung.

Von wegen. "Jetzt werden wir Zuschauer für blöd verkauft", schimpfte die "Bild"-Zeitung heute. Der Sender verteidigt sich allerdings vehement gegen solche Vorwürfe: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir keinen Einfluss auf den Scheidungstermin haben", sagte heute der Produktionssprecher Peter Lanz. Das allein sei Sache des Gerichts.

In der Tat war schon länger bekannt, dass Prinzessin Maja, die dritte Gattin des 63-jährigen Prinzen, sich mit der Scheidung nicht beeilen möchte. Und deshalb gab es schon seit einer Weile Spekulationen darüber, dass die Hochzeit platzen könnte: So meldete die "Super Illu" vergangene Woche, dass man im Standesamt Dresden von einer bevorstehenden Hochzeit der beiden nichts wüsste.

"Langeweile in Bildern"

Ob Schwindel oder nicht - das Publikum wollte von der Adels-Schmonzette ohnehin nicht allzu viel wissen: Lediglich eine Millionen Zuschauer sahen die ersten beiden Sendungen, die dritte Folge guckten 1,4 Millionen Leute. Auch Kritiker hatten die Reality-Show abgewatscht: "Langeweile in Bildern ist das, öde Ansichten eines öden Lebens der öden Schickeria", schrieb etwa die "FAZ".

Was es zu sehen gab: Tatjana Gsell beim Friseur, beim Sportwagenfahren und beim Kochen für ihr "Foffilein". Außerdem konnte man sich von ihren mangelhaften Englischkenntnissen überzeugen - wie die "Bild" ebenfalls genüsslich berichtete. So rief sie nach einer Limousine mit den Worten "Who's that car?". Den Prinzen konnte man dagegen beim unfeinen Schimpfen erleben. "Das ist ja mittlerweile fast Körperverletzung", rief er, als die Liebste mal wieder mit dem Schönmachen nicht fertig wurde.

Jedenfalls sind die beiden durch die Serie nicht gerade in Hochzeitslaune geraten: "Bei den Dreharbeiten hat sich ein enormer Stress aufgebaut", sagte RTL-II-Sprecher Lanz. Das Paar habe "Zank gehabt" und sich geärgert. So sehr, dass sie sich gar für eine Weile getrennt haben sollen. "Sie sind jetzt aber nicht auf ewig verfeindet", sagte Lanz.

Sollte der Prinz seine junge Verlobte allerdings für ewig los sein, wird er wenig Trost bei seiner Familie finden. Seine Angehörigen haben sich Medienberichten zufolge sehr über die Sendung aufgeregt. So schimpfte etwa Ferfrieds Bruder, Prinz Johann Georg in der "Bunten: "So was von Niveaulosigkeit habe ich noch nicht erlebt." Wildfremde Menschen bedauerten ihn nun für seinen prominenten Verwandten. Vielleicht ein Trost: Jetzt bekommt er sicher Glückwünsche.

str/dpa/ddp



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