Folgen der Tsunami-Katastrophe Der Pazifikraum kommt glimpflich davon

Warnungen gab es für den ganzen Pazifikraum, die Angst war groß: Würde der Tsunami auch auf den Inseln im Pazifik, an den Westküsten Amerikas für Verwüstungen sorgen? Am Ende gab es einige Schäden und auch einige Todesopfer zu beklagen. Die erwartete Katastrophe blieb jedoch aus.

AP

Die Zusammenfassung zur aktuellen Lage nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Pazifikraum finden Sie hier

Eine Stärke von 8,9 erreichte das Beben vor der Küste Nordostjapans am Freitagmorgen deutscher Zeit. Ein gewaltiger Tsunami war die Folge, der in westlicher Richtung, also in Japan, verheerende Schäden angerichtet hat. Die Inseln im Pazifik und auch die Westküste von Nord- und Südamerika jedoch kamen vergleichsweise glimpflich davon. Die Folgen der Katastrophe für diese Regionen im einzelnen:

Die von dem Erdbeben vor Japan ausgelöste Welle war etwa zwei Meter hoch, als sie in der Nacht von Freitag zu Samstag gegen Mitternacht einen Küstenabschnitt in Papua auf der Insel Neuguinea überflutete, wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara am Samstag berichtete. Stunden zuvor hatte die Regierung die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben. Mindestens 19 Familien wurden laut Antara obdachlos, Dutzende Boote zerstört. Ein 35-jähriger Mann verlor in den Fluten sein Leben, als er seine Familie retten wollte.

In Indonesien hat der Tsunami einen Menschen getötet und etliche Häuser zerstört.

Die tiefliegenden Pazifik-Inseln hat der Tsunami jedoch weitgehend verschont. Auf den Fidschi-Inseln gab es nur etwa 30 Zentimeter höhere Wellen, berichtete der Rundfunk. Die Behörde für Katastrophenschutz hatte die Küstenbewohner aufgerufen, ins Landesinnere zu gehen oder wenigstens in Bereitschaft für eine schnelle Evakuierung zu sein. Die Behörde hob den Alarm am frühen Samstagmorgen auf. Die vor der japanischen Ostküste ausgelösten Wellen rasten mit einer Geschwindigkeit von 800 Kilometern in der Stunde über den Pazifik Richtung Südosten.

Auch die anderen Inselstaaten im Pazifik meldeten keine größeren Wellen, berichtete der australische Rundfunk. Auf Tonga waren viele Menschen auf Anhöhen geflüchtet, doch blieb das Meer ruhig. Die Wellen wären gegen 5 Uhr Ortszeit dort angekommen.

Auch auf den Marshall-Inseln, auf Kiribati, Nauru und Vanuatu sei es ruhig geblieben. Samoa hob den Tsunami-Alarm ebenfalls auf. Dort waren 2009 nach einem Erdbeben ein Tsunami mit meterhohen Wellen an die Küsten geschwappt. Etwa 190 Menschen starben damals.

In Neuseeland hat ein Segler auf der Flucht vor dem Tsunami seine Yacht verloren. Der Mann war aus dem Hafen der Great Barrier-Insel nordöstlich von Auckland auf das Meer hinausgefahren, um Schaden an seinem Boot zu verhindern. Dabei lief er aber auf Grund. Ein Rettungshubschrauber musste den Mann von seinem sinkenden Schiff an Bord nehmen, berichtete die neuseeländische Nachrichtenagentur NZPA.

Nach einem Weg von fast 16.000 Kilometern erreichte die Welle die Galapagosinseln weit vor der Küste Ecuadors und die zu Chile gehörende Osterinsel. Von den Galapagosinseln wurden einige Überschwemmungen gemeldet, die Osterinsel sei nur von einer kleinen Welle getroffen worden, teilten die Behörden am Freitag (Ortszeit) mit.

In Ecuador waren vorsorglich mehr als 260.000 Menschen aus küstennahen Regionen in Sicherheit gebracht worden, in Chile wurden ebenfalls Zehntausende Bewohner tief gelegener Küstenstriche in höheres Gelände gebracht. Auch in Kolumbien und Peru waren die Behörden im Alarmzustand. Die Sorgen erwiesen sich jedoch als weitgehend unbegründet. Im zentralamerikanischen Honduras berichteten Behörden, die Wellen an der Küste des Landes seien kaum höher gewesen als üblicherweise.

In Peru wurden vorsorglich die Schulen in Küstenregionen geschlossen, Strände durften nicht betreten werden. Doch auch dort erwies sich der stark abgeschwächte Tsunami als harmlos, die Wellen erreichten Höhen von etwa einem Meter.

Auf Hawaii richtete der Tsunami geringere Schäden an als befürchtet. Am Freitagmorgen (Ortszeit) erreichten die Wellen die Insel und schleuderten im Hafen von Honolulu Boote herum. Das Wasser überflutete Uferstraßen und Hotelhallen auf Big Island. Ein Haus wurde von den Fluten aufs Meer hinausgetragen. Auf Maui wurden tief gelegende Flächen von Zwei-Meter-Wellen überflutet.

Schwerer betroffen war die Küste Kaliforniens. Dort gab es auch ein Todesopfer: Ein junger Mann wurde von der Welle mitgerissen und ertrank - er hatte im nordwestkalifornischen Bezirk Del Norte County gemeinsam mit zwei Freunden Fotos von der Welle machen wollen.

Crescent City im Norden des Westküstenstaats wurde von mehr als zwei Meter hohen Wellen getroffen. "Über 30 Boote im Hafen wurden beschädigt, Anlegestellen sind zu Bruch gegangen", sagte Joe Young von der örtlichen Katastrophenbehörde. Mehr als 4000 Einwohner waren in der Nacht vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden. Nach einem Beben 1964 waren in Crescent City elf Menschen in einer Flutwelle ums Leben gekommen.

Auch im Hafen von Santa Cruz, südlich von San Francisco, gingen zahlreiche Boote zu Bruch. Die Flutwellen drückten Yachten in die Holzstege, Boote wurden losgerissen und trieben führerlos im Hafenbecken.

cis/dpa/AFP/AP/dapd/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Gebetsmühle 12.03.2011
1. problem
Zitat von sysopWarnungen gab es für den ganzen Pazifikraum, die Angst war groß: Würde der Tsunami auch auf den Inseln im Pazifik, an den Westküsten Amerikas für Verwüstungen sorgen? Am Ende gab es einige Schäden und auch einige Todesopfer zu beklagen. Die erwartete Katastrophe blieb jedoch aus. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750580,00.html
tsunamis kommen und gehen, der supergau und das zäsium werden bleiben - noch viele tausend jahre in der nahrungskette.
archie, 12.03.2011
2. Und Alaska?
So wie es aussieht wird Sarah Palin in ihrem Alaska noch Probleme kriegen, denn die demnächst austretende Wolke weht genau in ihre Richtung.
sternfalke77, 12.03.2011
3. Das Cäsium ....
Zitat von Gebetsmühletsunamis kommen und gehen, der supergau und das zäsium werden bleiben - noch viele tausend jahre in der nahrungskette.
wird auch auf unseren Tellern landen . Egal wie der Wind weht und der fallout stattfindet . Alles was aus dem Pazifik an Ficsh und Meeresfrüchten gefangen wird ,- bringt es mit .
RogerT 12.03.2011
4. kein Schaden...
Zitat von archieSo wie es aussieht wird Sarah Palin in ihrem Alaska noch Probleme kriegen, denn die demnächst austretende Wolke weht genau in ihre Richtung.
Die kann bei ihr nicht mehr viel Schaden anrichten...
sternfalke77, 12.03.2011
5. Und die Wale ?
Mich würde in dem Zusammenhang : Erdbeben mit anschlissendem Tsunamie auch mal interessieren ( auch ob der Menschenopfer der Katastrophe ) - wie zb. Wale und alle Lebewesen des Meeres so etwas überstehen ,- oder nicht ? Denn sie stranden ja oft " uneerklärlich " an Stränden .... oder das Massensterben der Sardinen erst kürzlich ? Haltet mich nicht für zynisch ... aber es werden in dem zusammenhang sehr oft lapidare Erklärungen dargelegt ...von " Experten " .
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.