Folgenreiches Versehen Hobbyjäger legen amerikanische Atomfabrik lahm

Sie trugen Camouflage, sie trugen Waffen, sie näherten sich einer Atomfabrik. Mit ihrem Auftritt brachten zwei Hobbyjäger versehentlich die Anlage im texanischen Amarillo zum Stillstand. Mitarbeiter sahen die Männer in der Nähe des Geländes - daraufhin wurde Alarm ausgelöst.

Houston - Eine Fabrik zur Herstellung von Atomwaffen im texanischen Amarillo wurde am Freitag um 8 Uhr Ortszeit vorübergehend heruntergefahren. Denn Mitarbeiter hatten auf ihrem Weg zur Arbeit zwei bewaffnete Personen in Camouflage-Kleidung ungefähr drei Kilometer südlich der Anlage gesehen, wie der zuständige Sheriff Tam Terry sagte.

Doch schnell gab es Entwarnung: Die Sheriffs stießen lediglich auf zwei Jäger, die Entenköder aussetzten. "Sie waren sehr kooperativ", sagte Terry. "Wir haben sie identifiziert und ihr Vorstrafenregister überprüft."

Es stellte sich heraus, dass die Jäger offenbar Mitarbeiter des Energieministeriums sind. Ihre Jagd sei rechtlich erlaubt gewesen und habe nicht auf dem Firmengelände stattgefunden. Ein Vertreter des texanischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit sagte, das Herunterfahren der Anlage sei eine reine Vorsichtsmaßnahme; die Sicherheitsbestimmungen seien nicht verletzt worden. Ebenso habe keine Bedrohung für die Anlage, die Mitarbeiter oder die Öffentlichkeit bestanden.

Die Fabrik wird von einer Firma im Auftrag des US-amerikanischen Ministeriums für Energie betrieben, das den Bestand an amerikanischen Nuklearwaffen überwacht. Es ist das einzige Werk in den USA für die Montage und Demontage von Atomwaffen. Laut Firmenangaben nimmt die Fabrik derzeit ihren normalen Betrieb wieder auf.

lgr/AP/Reuters
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