Folter und Misshandlung Mörder quälten Tom und Sonja

Die ermordeten Geschwister Sonja und Tom mussten offenbar vor ihrem Tod ein Martyrium durchleiden. Einem Zeitungsbericht zufolge wurden an den Leichen der Kinder Spuren schwerer Misshandlungen festgestellt.


Tom und Sonja Spreeberg starben offenbar unter großen Qualen
Polizei Aachen

Tom und Sonja Spreeberg starben offenbar unter großen Qualen

Aachen - Laut "Bild-Zeitung" sind die neun und elf Jahre alten Geschwister gefoltert und gequält worden. An der Leiche von Tom seien schwere Prellungen, Blutergüsse und Schürfwunden gefunden worden. Nach den Misshandlungen hätten die Täter den Jungen gefesselt und ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, hieß es weiter. Anschließend habe man ihn auf einem Parkplatz im Wald mit dem Auto überfahren. "Die Obduktion ergab: Der Brustkorb des Jungen war zerquetscht", berichtete das Blatt.

Die Obduktion des Mädchens habe ergeben, dass Sonja schwer misshandelt und anschließend Opfer eines Sexualverbrechens geworden sei. "Sie wollten nur das Mädchen, deshalb musste Tom als Erster sterben", zitiert das Blatt einen Polizisten.

Der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, Alexander Geimer, wollte den Bericht nicht bestätigen. Er sagte: "Die Polizei führt ihre Ermittlungen weiter sorgsam fort." Geimer dementierte allerdings, dass der Junge bewusst mit einem Auto überfahren worden sein soll. Auf Grund der Verletzungen werde das ausgeschlossen. Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben bisher nichts über den Verlauf der beiden Verbrechen oder über die Motive der Täter mitgeteilt.

Die mutmaßlichen Mörder, der 28-jährige Computerfachmann Markus W. und der 33 Jahre alte Hausmeister Markus L., hatten in einer ersten polizeilichen Vernehmung die gemeinschaftliche Tötung der Kinder gestanden. An der Aufklärung der Hintergründe werde weiter gearbeitet, sagte Staatsanwalt Geimer.

Mit einer Anklageerhebung rechnet die Aachener Staatsanwaltschaft noch nicht so bald. "Ich denke, dass das mindestens noch zwei, drei, wenn nicht vier Monate dauert", sagte Geimer am Dienstag. Es seien umfangreiche Ermittlungen erforderlich, um den Mordvorwurf zu klären.

Der elfjährige Tom war am 31. März, einen Tag, nachdem er mit seiner neun Jahre alten Schwester nicht mehr vom Spielen auf einem früheren Zechengelände zurückgekehrt war, auf einem Waldparkplatz entdeckt worden. Nach damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft ergab die Obduktion, dass das Kind durch massive Gewalteinwirkung gegen den Halsbereich getötet worden sei. Tom sei mit hoher Wahrscheinlichkeit erwürgt worden.

Das tote Mädchen wurde am 6. April, sieben Tage nach ihrem Verschwinden, in einem Wald bei Euskirchen in der Eifel entdeckt. Sonja war erdrosselt worden.

Die Polizei kam über mehrere Indizien auf die Spur der beiden Männer: das schwarze Auto, eine bei der Leiche des Jungen gefundene Spezialzange, Fingerabdrücke und DNA-Spuren. Die Gendaten stimmten mit dem oder den Tätern überein.



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