Fotostrecke Kein Krieg gegen den Irak! Bloody War! Paz!

Entsetzen, Empörung, Wut, Frust und Unverständnis spiegeln sich am heutigen Tag auf den Gesichtern rund um den Globus wider. Millionen Menschen demonstrieren weltweit gegen den US-Angriff auf den Irak, den US-Präsident Bush befohlen hat.


Vor der US-Botschaft im indonesischen Jakarta zeigte eine Frauengruppe ihre Trauer und Empörung Protestmarsch in Washington: Stoppt das Abschlachten unschuldiger Menschen im Irak, forderten die Demonstranten Tausende Demonstranten fragten in Sydney: Wie viele Tote pro Faß Öl?
Protest statt Penne: Vor dem Kasseler Rathaus schrien Schüler lautstark ihre Ablehnung gegen den Krieg heraus In Indiens Hauptstadt Neu-Delhi vebrannten Demonstranten eine Bush-Puppe In Japan war es gerade Mittagszeit, als im Irak die ersten Raketen einschlugen. Der Mann, der vor der US-Botschaft demonstrierte, wurde kurzfristig festgenommen
In Nepals Hauptstadt Katmandu trafen sich Kriegsgegner vor der US-Botschaft unter dem Motto "We want Peace" Auch in Peschawar (Pakistan) gingen die Menschen gegen den Krieg auf die Straße: Stoppt das Bomben Stiller Protest im peruanischen Lima: Mit Kerzen für Frieden in der ganzen Welt
Frieden fängt im Kopf an. Auf den Philippinen ließ sich ein Kriegsgegner ein Peacezeichen auf den frisch rasierten Schädel pinseln Durch massiven Polizeieinsatz wurde in Südkoreas Hauptstadt Seoul die US-Botschaft gegen unliebsame Protestler geschützt In Kiew (Ukraine) verbrannte ein Demonstrant eine US-Flagge

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Wenige Stunden nach Beginn der Angriffe auf Bagdad begannen Demonstrationen in zahlreichen Ländern der Erde. Seit Wochen schon steht die Strategie für den "Tag X" fest und wird von Anti-Kriegsgruppen rund um den Globus nahezu gleich lautend verbreitet. Die Strategie sieht vor, dass Studenten und Arbeitnehmer direkt nach den Angriffen (respektive am Morgen nach dem Beginn des Krieges)an zentralen, weithin bekannten Orten der Innenstädte versammeln.

Bereits am Mittwoch kam es zu ersten Demonstrationen in den USA. In San Francisco, wo sich am Abend mehrere tausend Menschen auf einen Protestzug begaben, kam dabei ein Student ums Leben, als er beim Versuch, ein Plakat an der Golden Gate Bridge zu befestigen, zu Tode stürzte. Für den heutigen Tag plant die Gruppe "Direct Action to Stop the War" Straßenblockaden im Raum San Francisco.

Demonstrationen sind an so gut wie allen Uni-Standorten geplant, auch zahlreiche Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder in den USA zu Arbeitsniederlegungen auf. An der University of Virginia warteten Studenten nicht bis zum Morgen: Schon kurz nach den ersten Kriegsnachrichten sammelten sich dort Studenten, die für den heutigen Nachmittag eine Massendemonstration auf die Beine stellen wollen.

Für Zündstoff könnte ein Aufruf der "Muslim American Society Freedom Foundation" sorgen, die Muslime und alle ihre Mitglieder landesweit zu friedlichen Protesten aufruft. Im Mittelpunkt der Aktionen solle der Schutz von Muslimen und muslimischen Einrichtungen stehen: Befürchtet werden von der islamischen Lobbygruppe nicht zuletzt gewalttätige Übergriffe gegen Moscheen.

Proteste seit Sonnenaufgang

Wie effektiv die Aufrufe der letzten Wochen waren, zeichnet sich überall östlich der USA ab: Rund um den Globus wird bereits protestiert. In Wales gingen Arbeiter und Studenten bereits im Morgengrauen auf die Straße, in Cambridge und vor allem London sammeln sich Menschen.

In Venedig kam es bereits im Laufe der Nacht zu Mahnwachen, gegen Morgen wurden Arbeitsniederlegungen auch aus Rom berichtet.

In Ägypten kam es bereits wenige Stunden nach Beginn des Angriffes zu ersten Demonstrationen. In Kairo protestierten rund 4000 Muslime.

Zu Protesten kam es auch vor der weltweit zweitgrößten US-Botschaft in Bangkok, Thailand. Dabei wurde ein 49-jähriger Amerikaner vorläufig festgenommen. Die Polizei begründete die Festnahme damit, eine Verkehrsbehinderung verhindert zu haben. Die Demonstrantengruppe versuchte, die Einfahrt der US-Botschaft zu blockieren.

Aus Berlin, Halle, Leipzig, Nürnberg, Heidelberg, Frankfurt und Hamburg werden Schülerdemos gemeldet. Gewerkschaftsdemonstrationen werden im Laufe des Nachmittags in zahlreichen deutschen Städten erwartet, die Friedensbewegung kündigte für den späten Nachmittag Demos in mehr als 100 deutschen Städten an.



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